Stilkritik

Tops und Flops von den Oscars: Heidi Klum, Vicky Krieps und Timothée Chalamet

Wenn Hollywoods wichtigster Award verliehen wird, geht es nicht nur um Preise, Reden und Beifall – sondern auch um die Frage, wer modisch überzeugt – und wer nicht.

Von Top bis Flop: Auch deutsche Promis mischten sich unter den Hollywood-Trubel und sorgten für modische Highlights – und  Fehltritte.
Von Top bis Flop: Auch deutsche Promis mischten sich unter den Hollywood-Trubel und sorgten für modische Highlights – und Fehltritte.Imago

Bei den diesjährigen Academy Awards lieferte der Red Carpet wieder reichlich Gesprächsstoff zwischen Glamour, Glitzer und gelegentlichem modischen Wagnis. Mitten im Blitzlichtgewitter mischten auch einige deutschsprachige Promi-Gesichter im Hollywood-Trubel mit.

Allen voran Heidi Klum, die gewohnt selbstbewusst über den Teppich schritt. Doch sie war nicht die einzige Vertreterin aus dem deutschsprachigen Raum. Auch Vicky Krieps hatte in diesem Jahr Grund zu feiern. Die Schauspielerin wirkte als Erzählerin im Kurzfilm Two People Exchanging Saliva mit – einer surrealen Geschichte über eine Welt, in der Küssen verboten ist – der bei den Oscars als bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde.

Im Dolby Theatre wurden also Preise verteilt - auf dem roten Teppich dagegen die modischen Punkte. Ein Blick auf die Tops und Flops des Abends – von glamourösen Roben bei den Oscars bis zu den oft noch gewagteren Outfits der berühmt-berüchtigten Vanity-Fair-Afterparty.

Jessie Buckley

<strong>TOP</strong>: Ein moderner Hauch Old Hollywood: Für ihren großen Oscar-Moment setzte <strong>Jessie Buckley</strong>, die für ihre Rolle in „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, auf maßgeschneiderte Eleganz von <strong>Chanel</strong>. Ihr zartrosa Bustierkleid aus Chiffon mit roter Stola erinnerte an einen Oscar-Look von Ikone Grace Kelly aus dem Jahr 1956 – ein stilistisches Zitat, mit dem Buckley auf sichere, aber dennoch ikonische Eleganz setzte. Für die Vanity Fair Oscar Party im Los Angeles County Museum of Art wechselte die irische Schauspielerin anschließend in ein funkelndes schwarzes Design, das zwar etwas schlichter war, aber keineswegs weniger Glamour versprühte.
TOP: Ein moderner Hauch Old Hollywood: Für ihren großen Oscar-Moment setzte Jessie Buckley, die für ihre Rolle in „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, auf maßgeschneiderte Eleganz von Chanel. Ihr zartrosa Bustierkleid aus Chiffon mit roter Stola erinnerte an einen Oscar-Look von Ikone Grace Kelly aus dem Jahr 1956 – ein stilistisches Zitat, mit dem Buckley auf sichere, aber dennoch ikonische Eleganz setzte. Für die Vanity Fair Oscar Party im Los Angeles County Museum of Art wechselte die irische Schauspielerin anschließend in ein funkelndes schwarzes Design, das zwar etwas schlichter war, aber keineswegs weniger Glamour versprühte.Imago/Cover-Images

Heidi Klum

<strong>FLOP</strong>: <strong>Heidi Klum</strong> zeigt beim roten Teppich, dass sie es eigentlich kann. Zumindest von Weitem, denn wenn man etwas näher ranzoomt, erkennt man kleine Kruzifixe auf dem Kleid von <strong>Chrome Hearts</strong>, das Logo der Brand. Die auf den ersten Blick elegante wirkende Robe bekommt dadurch eine leicht trashige Note, die sich im nächsten Outfit fortsetzt. <br>Für die Vanity Fair-Party verwandelte sich Heidi nämlich in einen Zitronenfalter. Das buttermilchgelbe Kleid, ebenfalls von Chrome Hearts, mit Blumenranken und transparenten Einsätzen, wirkt leider, als hätte sie es in einem Hochzeitsmodenladen auf der Hermannstraße erworben. Immerhin bleibt sie ihrer Vorliebe für Naked Dresses treu, das gibt Loyalitätspunkte.
FLOP: Heidi Klum zeigt beim roten Teppich, dass sie es eigentlich kann. Zumindest von Weitem, denn wenn man etwas näher ranzoomt, erkennt man kleine Kruzifixe auf dem Kleid von Chrome Hearts, das Logo der Brand. Die auf den ersten Blick elegante wirkende Robe bekommt dadurch eine leicht trashige Note, die sich im nächsten Outfit fortsetzt.
Für die Vanity Fair-Party verwandelte sich Heidi nämlich in einen Zitronenfalter. Das buttermilchgelbe Kleid, ebenfalls von Chrome Hearts, mit Blumenranken und transparenten Einsätzen, wirkt leider, als hätte sie es in einem Hochzeitsmodenladen auf der Hermannstraße erworben. Immerhin bleibt sie ihrer Vorliebe für Naked Dresses treu, das gibt Loyalitätspunkte.
Imago/Zuma Press

Michael B. Jordan

TOP:&nbsp;<strong>Michael B. Jordan</strong> kam in einem Smoking von&nbsp;<strong>Louis Vuitton</strong>&nbsp;mit Mandarin-Kragen, silberner Schlüsselkette und Lacklederschuhen zur Oscarverleihung und ging mit dem ultimativen Accessoire nach Hause. Den Oscar nahm er anschließend mit zur Afterparty von Vanity Fair, wo er sich in einen braunen Doppelreiher-Anzug von Tom Ford warf. Dort funkelten außerdem drei Broschen an seinem Revers, die der New Yorker Juwelier <strong>David Yurman</strong>&nbsp;für ihn angefertigt hatte. Eine davon trug er auch schon auf dem roten Teppich, allerdings versteckt hinten am Kragen. Ein Mann, der sich das Spiel mit Accessoires zutraut, gefällt uns!
TOP: Michael B. Jordan kam in einem Smoking von Louis Vuitton mit Mandarin-Kragen, silberner Schlüsselkette und Lacklederschuhen zur Oscarverleihung und ging mit dem ultimativen Accessoire nach Hause. Den Oscar nahm er anschließend mit zur Afterparty von Vanity Fair, wo er sich in einen braunen Doppelreiher-Anzug von Tom Ford warf. Dort funkelten außerdem drei Broschen an seinem Revers, die der New Yorker Juwelier David Yurman für ihn angefertigt hatte. Eine davon trug er auch schon auf dem roten Teppich, allerdings versteckt hinten am Kragen. Ein Mann, der sich das Spiel mit Accessoires zutraut, gefällt uns!Imago/ Avalon.red

Vicky Krieps

<strong>TOP</strong>: Bei der Verleihung setzte <strong>Vicky Krieps</strong> auf eine bodenlange schwarze, federbesetzte Bustier-Robe von <strong>Bottega Veneta</strong> – eine sichere Wahl mit raffiniertem Twist. Bei der Vanity Fair Oscar Party ging die Schauspielerin dann modisch in die Vollen: Sie wechselte in einen cremefarbenen, übergroß geschnittenen Anzug mit passenden Boots. Zweifelloses Highlight des Looks war jedoch eine funkelnde Haube, die zugegebenermaßen ein wenig an Badehauben aus den 1970er-Jahren erinnerte – und dem Outfit gerade dadurch einen Hauch nostalgischer Eleganz verlieh. Ein modisches Risiko, das aufgegangen ist.
TOP: Bei der Verleihung setzte Vicky Krieps auf eine bodenlange schwarze, federbesetzte Bustier-Robe von Bottega Veneta – eine sichere Wahl mit raffiniertem Twist. Bei der Vanity Fair Oscar Party ging die Schauspielerin dann modisch in die Vollen: Sie wechselte in einen cremefarbenen, übergroß geschnittenen Anzug mit passenden Boots. Zweifelloses Highlight des Looks war jedoch eine funkelnde Haube, die zugegebenermaßen ein wenig an Badehauben aus den 1970er-Jahren erinnerte – und dem Outfit gerade dadurch einen Hauch nostalgischer Eleganz verlieh. Ein modisches Risiko, das aufgegangen ist.Imago/Zuma Press

Timothée Chalamet und Kylie Jenner

<strong>FLOP</strong>: Kein guter Abend für den 30-Jährigen: <strong>Timothée Chalamet</strong> ging bei den Academy Awards leer aus – und auch modisch konnte er nicht wirklich punkten. In den vergangenen Wochen hatte er sich öffentlichkeitswirksam mit der Hochkultur angelegt und in einer Talkshow Oper und Ballett als sterbende Kunst bezeichnet. <br>Bei den Oscars setzte er nun auf Weiß von Kopf bis Fuß – fast so, als wolle er seine Weste reinwaschen. Auf dem roten Teppich erschien der „Marty Supreme“-Darsteller in einem maßgeschneiderten Anzug von <strong>Givenchy</strong> – dazu kombinierte er, wie so häufig in letzter Zeit, Timberland-Boots. Ein betont maskulin-lässiger Stil, der inzwischen etwas bemüht wirkt. Für die Variety Oscar Party wechselte er in einen weiteren weißen Anzug, diesmal von <strong>Chrome Hearts</strong>, kombiniert mit geschnürten High-Top-Sneakern. Kein Wunder, dass er sich lieber hinter seiner Freundin <strong>Kylie Jenner</strong> versteckte, die in einer raffinierten Robe von <strong>Alexander McQueen</strong> glänzte.
FLOP: Kein guter Abend für den 30-Jährigen: Timothée Chalamet ging bei den Academy Awards leer aus – und auch modisch konnte er nicht wirklich punkten. In den vergangenen Wochen hatte er sich öffentlichkeitswirksam mit der Hochkultur angelegt und in einer Talkshow Oper und Ballett als sterbende Kunst bezeichnet.
Bei den Oscars setzte er nun auf Weiß von Kopf bis Fuß – fast so, als wolle er seine Weste reinwaschen. Auf dem roten Teppich erschien der „Marty Supreme“-Darsteller in einem maßgeschneiderten Anzug von Givenchy – dazu kombinierte er, wie so häufig in letzter Zeit, Timberland-Boots. Ein betont maskulin-lässiger Stil, der inzwischen etwas bemüht wirkt. Für die Variety Oscar Party wechselte er in einen weiteren weißen Anzug, diesmal von Chrome Hearts, kombiniert mit geschnürten High-Top-Sneakern. Kein Wunder, dass er sich lieber hinter seiner Freundin Kylie Jenner versteckte, die in einer raffinierten Robe von Alexander McQueen glänzte.
Imago/Media Punch