Stilkritik

Beyoncé, Lauren Sanchez Bezos, Heidi: Met Gala 2026: Tops und Flops vom roten Teppich

Glamour, Glitzer, Met Gala: Wer das Motto „Costume Art“ perfekt in Szene gesetzt hat – und wer modisch komplett danebenlag, lesen Sie hier.

Nicole Kidman, Lauren Sanchez Bezos, Anna Wintour bei der Met Gala 2026.
Nicole Kidman, Lauren Sanchez Bezos, Anna Wintour bei der Met Gala 2026.IMAGO

Es ist die wohl wichtigste Modenacht des Jahres: Am ersten Montag im Mai verwandeln sich die Stufen des Metropolitan Museum of Art in New York in den exklusivsten roten Teppich der Welt. Hollywoodstars, Musiklegenden, Supermodels und Modedesigner geben sich die Ehre – und liefern Looks, die noch Wochen später für Gesprächsstoff sorgen.

Von der Spendengala zum Mode-Olymp: Die Met Gala wurde 1948 von der Modepublizistin Eleanor Lambert ins Leben gerufen – ursprünglich als schlichte Spendenveranstaltung zugunsten des Costume Institute.

Das Motto der Met Gala 2026: „Costume Art“

Unter Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour, die das Event seit 1995 prägt, entwickelte sich die Gala zum kulturellen Großereignis: Jedes Jahr steht die Gala unter einem bestimmten Motto, das eng mit der parallel eröffneten Frühjahrsausstellung des Costume Institute verknüpft ist. Wer eingeladen wird, entscheidet Wintour persönlich – und die Looks der Gäste sollen das Thema möglichst kreativ interpretieren.

In diesem Jahr widmete sich die Gala dem Verhältnis von Kleidung und Kunst. Die begleitende Ausstellung beleuchtet, wie Mode den menschlichen Körper formt, transformiert und inszeniert – von skulpturalen Roben bis zu konzeptuellen Designs, die die Grenze zwischen Tragbarem und Kunstobjekt verschwimmen lassen. Ein Motto, das den Gästen viel Spielraum für Mut, Kreativität – und gewagte Experimente lässt. In unserer Stilkritik haben wir geprüft, wer damals den Sprung in das ostdeutsche Äquivalent zur heutigen Modebibel Vogue, die „Sibylle“, geschafft hätte und wer eher nach Resteverwertung aus der Malimo-Fabrik aussieht.

TOP: Es musste ein großer Auftritt werden, schließlich zeigt sich Beyoncé erstmals seit 2016 wieder bei der Met Gala. Die Wahl fiel auf ein in Diamanten gelegtes Skelett auf einem transparenten Menschkleid von Olivier Rousteing – Anatomie, aber bitte glamourös. Passend dazu: eine Krone, die über und über funkelt. Als wäre dieses Drama nicht schon genug, zieht die Sängerin noch einen langen Federmantel hinter sich her, der sanft ins Graue verläuft. Kein bisschen weniger haben wir erwartet!
TOP: Es musste ein großer Auftritt werden, schließlich zeigt sich Beyoncé erstmals seit 2016 wieder bei der Met Gala. Die Wahl fiel auf ein in Diamanten gelegtes Skelett auf einem transparenten Menschkleid von Olivier Rousteing – Anatomie, aber bitte glamourös. Passend dazu: eine Krone, die über und über funkelt. Als wäre dieses Drama nicht schon genug, zieht die Sängerin noch einen langen Federmantel hinter sich her, der sanft ins Graue verläuft. Kein bisschen weniger haben wir erwartet!IMAGO/Michael Stewart
TOP: Patrick Schwarzenegger in Public School, inspiriert von Salvador Dalí. Der einzige Mann, der es in unsere Auswahl geschafft hat, hat es mit Mut und Swag geschafft. Die gecroppte Lederjacke aus Lammleder und der Gehstock sind die perfekten Accessoires für diesen Abend. Ein Look, den das Modeinstitut der DDR damals wohl als Idealbild des modernen Herrn abgesegnet hätte.
TOP: Patrick Schwarzenegger in Public School, inspiriert von Salvador Dalí. Der einzige Mann, der es in unsere Auswahl geschafft hat, hat es mit Mut und Swag geschafft. Die gecroppte Lederjacke aus Lammleder und der Gehstock sind die perfekten Accessoires für diesen Abend. Ein Look, den das Modeinstitut der DDR damals wohl als Idealbild des modernen Herrn abgesegnet hätte.IMAGO
FLOP: Lauren Sanchez Bezos in einer blauen Satinrobe von Schiaparelli, inspiriert von dem Gemälde der „Madame X“ von John Singer Sargent. Da hat jemand den Auftrag nicht verstanden. Wenn das Met Museum „Costume Art“ fordert, sollten Gäste das liefern, Frau Sanchez Bezos, selbst wenn man sich den Zugang und das ganze Event erkauft hat und das Budget eines halben Exquisit-Ladens am Leib trägt. Die Aufgabe war es, ein Kostüm zu tragen, nicht ein möglichst schönes Kleid. Das können Sie doch zu jedem anderen Ihrer zweifellos zahlreichen anderen Charity- und Tech Bro-Wives Treffen tragen.
FLOP: Lauren Sanchez Bezos in einer blauen Satinrobe von Schiaparelli, inspiriert von dem Gemälde der „Madame X“ von John Singer Sargent. Da hat jemand den Auftrag nicht verstanden. Wenn das Met Museum „Costume Art“ fordert, sollten Gäste das liefern, Frau Sanchez Bezos, selbst wenn man sich den Zugang und das ganze Event erkauft hat und das Budget eines halben Exquisit-Ladens am Leib trägt. Die Aufgabe war es, ein Kostüm zu tragen, nicht ein möglichst schönes Kleid. Das können Sie doch zu jedem anderen Ihrer zweifellos zahlreichen anderen Charity- und Tech Bro-Wives Treffen tragen.IMAGO
FLOP: Heidi Klum - Ja ist denn heut' schon Halloween? Unsere Heidi lässt natürlich keine Chance auf Karneval aus. Nur, was Lauren Sanchez Bezos zu wenig hat, hat sie hier zu viel. „Costume Art“ darf auch schön sein, nicht nur Kunst. Liebe Heidi, wenn man die Person unter der Statue nicht mehr erkennt, ist es zu viel! Pluspunkte gibt es für den Einsatz und die Liebe zum Detail. Das Motto 2026: „Costume Art“ setzte sie mit einer Hommage an den italienischen Bildhauer Raffaele Monti um, dessen Statuen für den täuschend echt aussehenden Stofffaltenwurf aus Marmor bekannt sind.
FLOP: Heidi Klum - Ja ist denn heut' schon Halloween? Unsere Heidi lässt natürlich keine Chance auf Karneval aus. Nur, was Lauren Sanchez Bezos zu wenig hat, hat sie hier zu viel. „Costume Art“ darf auch schön sein, nicht nur Kunst. Liebe Heidi, wenn man die Person unter der Statue nicht mehr erkennt, ist es zu viel! Pluspunkte gibt es für den Einsatz und die Liebe zum Detail. Das Motto 2026: „Costume Art“ setzte sie mit einer Hommage an den italienischen Bildhauer Raffaele Monti um, dessen Statuen für den täuschend echt aussehenden Stofffaltenwurf aus Marmor bekannt sind.IMAGO/Michael Stewart
TOP: Sabrina Carpenter wirft sich in ihren eigenen Film – zumindest modisch gesehen. In einer direkten Hommage an den Klassiker „Sabrina“ von 1954 hüllte Designer Jonathan Anderson für Dior die Sängerin buchstäblich in Filmgeschichte. Das Outfit, bestehend aus einem Halterneck-Top, einem voluminösen Rock und einem dramatisch hohen Beinschlitz, ist aus echten schwarz-weißen Filmstreifen gefertigt. Ein funkelndes Headpiece im Stil der 1920er Jahre krönt den Look und setzt ihre charakteristische Silhouette glanzvoll in Szene. Die Wahl wirkt „on brand“ für die Sängerin, die ähnliche Schnitte regelmäßig auf ihrer Tour präsentiert – für diesen Anlass wurde der vertraute Look jedoch in eine deutlich distinguiertere High-Fashion-Variante übersetzt.
TOP: Sabrina Carpenter wirft sich in ihren eigenen Film – zumindest modisch gesehen. In einer direkten Hommage an den Klassiker „Sabrina“ von 1954 hüllte Designer Jonathan Anderson für Dior die Sängerin buchstäblich in Filmgeschichte. Das Outfit, bestehend aus einem Halterneck-Top, einem voluminösen Rock und einem dramatisch hohen Beinschlitz, ist aus echten schwarz-weißen Filmstreifen gefertigt. Ein funkelndes Headpiece im Stil der 1920er Jahre krönt den Look und setzt ihre charakteristische Silhouette glanzvoll in Szene. Die Wahl wirkt „on brand“ für die Sängerin, die ähnliche Schnitte regelmäßig auf ihrer Tour präsentiert – für diesen Anlass wurde der vertraute Look jedoch in eine deutlich distinguiertere High-Fashion-Variante übersetzt.IMAGO/JOHN ANGELILLO
TOP: Sarah Paulson übte am dollargrün-weißen Teppich Kapitalismuskritik – in einem Kleid aus der „The one percent“- Kollektion des Pariser Labels Matieres Fecales. Deutlicher wird's nicht mehr. Man kann eine Veranstaltung boykottieren, indem man ihr fernbleibt -wie Zendaya - oder eben so. Mit dem Medium des Abends: Mode.
TOP: Sarah Paulson übte am dollargrün-weißen Teppich Kapitalismuskritik – in einem Kleid aus der „The one percent“- Kollektion des Pariser Labels Matieres Fecales. Deutlicher wird's nicht mehr. Man kann eine Veranstaltung boykottieren, indem man ihr fernbleibt -wie Zendaya - oder eben so. Mit dem Medium des Abends: Mode.IMAGO/JOHN ANGELILLO
FLOP: Eine Hommage an eine griechische Urne: Anne Hathaway in Custom Michael Kors. Handbemalt von Künstler Peter McGough und trotzdem so langweilig wie ihre Rolle der Andy Sachs in „The Devil Wears Prada 2“. Die Friedensgöttin und eine weiße Taube als textiler Aufruf zu Friede, Freude, Eierkuchen. Uns ist das zu naiv.
FLOP: Eine Hommage an eine griechische Urne: Anne Hathaway in Custom Michael Kors. Handbemalt von Künstler Peter McGough und trotzdem so langweilig wie ihre Rolle der Andy Sachs in „The Devil Wears Prada 2“. Die Friedensgöttin und eine weiße Taube als textiler Aufruf zu Friede, Freude, Eierkuchen. Uns ist das zu naiv.IMAGO/JOHN ANGELILLO
FLOP: Blake Lively, die sich sonst beständig stilsicher bei der Met Gala präsentiert, wirkt dieses Jahr leider wie ein geplatztes Kuscheltier. Dass es sich dabei um eine Archiv-Robe von Versace handelt, bringt zwar modische Bonuspunkte – ehrlicherweise hätte dieses Chaos aus reihenweise Tüll aber besser hinter verschlossenen Türen bleiben sollen.
FLOP: Blake Lively, die sich sonst beständig stilsicher bei der Met Gala präsentiert, wirkt dieses Jahr leider wie ein geplatztes Kuscheltier. Dass es sich dabei um eine Archiv-Robe von Versace handelt, bringt zwar modische Bonuspunkte – ehrlicherweise hätte dieses Chaos aus reihenweise Tüll aber besser hinter verschlossenen Türen bleiben sollen.IMAGO/Octavio Guzmán
FLOP: Dass Katy Perrys futuristische und sehr gewöhnungsbedürftige Fechtmaske von Balenciaga stammt, überrascht wenig. Von ikonischer Kunst ist hier allerdings kein Flair übergesprungen; stattdessen hüllt sie sich ganz in ein weißes Kleid von Stella McCartney, das unten Brandflecken aufweist. Das Ganze soll KI und deren typische Fehler imitieren – aber mal ehrlich: Haben wir nicht langsam genug von KI gehört?
FLOP: Dass Katy Perrys futuristische und sehr gewöhnungsbedürftige Fechtmaske von Balenciaga stammt, überrascht wenig. Von ikonischer Kunst ist hier allerdings kein Flair übergesprungen; stattdessen hüllt sie sich ganz in ein weißes Kleid von Stella McCartney, das unten Brandflecken aufweist. Das Ganze soll KI und deren typische Fehler imitieren – aber mal ehrlich: Haben wir nicht langsam genug von KI gehört?IMAGO

Eine Institution mit Geschichte: Das Metropolitan Museum of Art, kurz „The Met“, wurde 1870 gegründet und zählt heute zu den größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Mit über zwei Millionen Exponaten – von altägyptischer Kunst bis zu zeitgenössischen Werken – ist es das Herzstück der New Yorker Museumsmeile an der Fifth Avenue. Innerhalb des Museums beherbergt das Costume Institute eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen historischer und moderner Mode.