Volleyball-Bundesliga

Faden verloren und wiedergefunden: Berlin Volleys besiegen Friedrichshafen

Trotz vieler Aufs und Abs erkämpfen sich die Berlin Volleys vor mehr als 6000 Zuschauern einen Sieg im Heimspiel gegen den VfB Friedrichshafen.

Jake Hanes (Mitte, l.) klatscht mit Simon Plaskie von den BR Volleys ab, um einen Punkt gegen den VfB Friedrichshafen zu bejubeln.
Jake Hanes (Mitte, l.) klatscht mit Simon Plaskie von den BR Volleys ab, um einen Punkt gegen den VfB Friedrichshafen zu bejubeln.Florian Pohl/City-Press

Dass es in einer Volleyball-Mannschaft, in die acht neue Spieler integriert werden müssen, auch nach ein paar Wochen noch ruckelt, rumpelt und zuckelt, ist normal. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die Partie des deutschen Rekordmeisters BR Volleys gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen am Sonnabend in der Max-Schmeling-Halle von erheblichen Schwankungen gekennzeichnet war. „Dieses Auf und Ab hat wieder gezeigt, dass wir noch Luft nach oben haben“, resümierte Nationalspieler Moritz Reichert, der zwar bis 2020 in Berlin gespielt hatte, zu Saisonbeginn aber mit Erfahrungen aus den Ligen in Polen und Frankreich zurück zu den BR Volleys kam.

Geringer Unterschied zwischen Berlin und Friedrichshafen

Es kostete die Mannschaft Mühe und den Trainer Joel Banks einiges Kopfzerbrechen sowie etliche Einwechslungen, bis sich die Berliner schließlich mit 3:1 (25:22, 19:25, 25:22, 26:24) gegen Friedrichshafen durchsetzten – und damit ohne Verlustpunkt blieben. 

„Das war ein schweres Spiel. Beide Mannschaften haben hart um diesen Sieg gekämpft. Als Mannschaft waren wir am Ende etwas besser in der Block-Feldabwehr als Friedrichshafen. Der Unterschied war klein, aber ich finde, wir sind trotzdem der verdiente Sieger“, stellte Berlins belgischer Außenangreifer Simon Plaskie fest, der zu den Neuen im Team gehört.

Nach seiner Einwechslung erlebte er die Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle, die mit 6336 Zuschauern richtig gut gefüllt war, zum ersten Mal. „Für mich war es ein besonderer Tag, denn ich kam in dieser großartigen Atmosphäre zu meinem ersten Einsatz vor den eigenen Fans“, sagte Plaskie. Auch Mittelblocker Florian Krage trug nach seiner Einwechslung mit neuer Energie und wichtigen Punkten zum Gesamterfolg bei.

„Das waren enge Sätze und knappe Entscheidungen. Für Friedrichshafen war es insgesamt vielleicht auch etwas unglücklich“, sagte Reichert zu der Partie, die knapp zwei Stunden dauerte. 

BR Volleys verlieren ihre Konzentration

Sinnbildlich für das wechselhafte Auftreten der Volleys stand besonders der vierte Satz. Da schien die Mannschaft mit einer 12:6-Führung die Spielkontrolle übernommen zu haben, geriet dann aber gehörig ins Schlingern. „Wir haben den Faden verloren. Konzentration und Körperspannung waren plötzlich weg“, analysierte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Die Folge: Beim 19:18 ging Friedrichshafen wieder in Führung und hatte beim 24:23 sogar Satzball zum Tiebreak, ehe die Berliner mit drei Punkten in Folge das Geschehen doch noch zu ihren Gunsten wendeten.

Sehr schwankend waren auch die Leistungen von Jake Hanes. Der 2,12 Meter große Diagonalangreifer, ebenfalls einer der Neuen im Team, begann schwach, wurde eingangs des zweiten Satzes gegen Daniel Malescha ausgewechselt, kam Ende des dritten Durchgangs zurück aufs Feld und agierte fortan gewohnt stark. „Mit ihm müssen wir Geduld haben“, sagt Niroomand über Hanes, fordert aber: „Er muss seine Möglichkeiten besser nutzen, seine Aktionen müssen kontrollierter werden.“ Konstanz in der Leistung muss damit nicht nur das Team insgesamt, sondern auch der eine oder andere Spieler individuell erst noch finden.