Die Frauen des 1. FC Union Berlin stecken tief in der Krise. Kein einziger Sieg gelang dem Team von Trainerin Ailien Poese in den letzten fünf Partien, nur ein Erfolg in den letzten acht Partien. Besonders unglücklich waren die Ergebnisse der jüngsten zwei Partien: Im Stadion An der Alten Försterei waren die Eisernen erst gegen Jena aus dem DFB-Pokal ausgeschieden, trotz zweier Lattentreffer. In der Liga, eine Woche später, gelang auch gegen die Mitaufsteigerinnen vom Hamburger SV nicht der ersehnte Befreiungsschlag. Trotz drückender Überlegenheit und einer 1:0-Führung bis kurz vor Schluss endete das Spiel mit einem Unentschieden.
Da kommt eine Pause im Liga-Alltag gar nicht mal so ungelegen. „Jetzt gilt es erst mal, ein Stück weit durchzuatmen. Einige fahren zur Nationalmannschaft, vielleicht tut ihnen ein anderes Umfeld ganz gut, um da noch mal einen Knoten platzen zu lassen“, sagte Ailien Poese nach dem Duell gegen den HSV. Gleich vier Spielerinnen sind momentan mit ihren Nationalteams unterwegs. Für eine von ihnen gilt Poeses Ansage besonders: Eileen Campbell.
Eileen Campbell wartet auf ein Tor
Die 21-Jährige spielte gegen den HSV eigentlich herausragend, kam immer wieder zu Chancen und forcierte den Führungstreffer durch Sophie Weidauer. Sie selbst jedoch blieb trotz vieler Chancen ohne Tor – und verursachte dann auch noch durch ein Handspiel den Ausgleichstreffer für den HSV. Für andere Gedanken sollen bei ihr nun die Länderspiele mit dem Nationalteam Österreichs sorgen, wo sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Marina Georgieva zum Kader gehört.
Im ersten von zwei Testspielen stand Campbell in der Startelf, konnte ihre Durststrecke jedoch nicht beenden. Sie spielte in Cádiz, Spanien, insgesamt 62 Minuten gegen Finnland und wurde beim Stand von 1:0 für das finnische Team ausgewechselt. Wenig später fiel der Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand. Union-Neuzugang Georgieva kam dabei nicht zum Einsatz. Am Montag bietet sich für beide erneut die Chance auf ein Erfolgserlebnis, wenn Österreich auf das Nationalteam der Ukraine trifft.
Auch Torhüterin Nadine Böhi weilt derzeit in Cádiz, jedoch mit dem Nationalteam der Schweiz. Als Ersatz für Stammkeeperin Livia Peng hat Böhi jedoch eher geringe Einsatzchancen im Team der EM-Gastgeberinnen aus dem vergangenen Sommer. Am Freitagabend kommt es zum Duell mit Belgien und am Dienstag treffen die Schweizerinnen auf die walisische Auswahl.
Poeses Sorge: „Wir hoffen, dass alle gesund wiederkommen“
Athanasia Moraitou fällt es bei den Eisernen schwer, einen Stammplatz zu ergattern. Das hinderte Griechenlands neuen Nationaltrainer Vasilis Spertos jedoch nicht daran, die Mittelfeldspielerin für die Testspiele in Zenica gegen Belarus und Bosnien-Herzegowina zu nominieren. Auch für sie gilt es, in den beiden Spielen Selbstvertrauen zu tanken – und Spielpraxis zu sammeln.


