Treffen von Extremisten

Rechte Gäste bei Berliner Ex-Senator: Auch AfD-Chefin Kristin Brinker war dabei

Berlins AfD-Chefin Brinker war Gast auf einer rechtsverschwörerischen Veranstaltung des früheren CDU-Finanzsenators Peter Kurth im vergangenen Sommer.

Kristin Brinker (AfD)
Kristin Brinker (AfD)Paul Zinken/dpa

Bei einem Treffen in der Wohnung des ehemaligen Berliner CDU-Finanzsenators Peter Kurth, bei dem auch Rechtsextremisten anwesend waren, war mindestens ein Berliner Polit-Promi zugegen: die Fraktions- und Parteichefin der AfD, Kristin Brinker. Das bestätigte Brinker am Mittwoch der Berliner Zeitung auf Nachfrage. Der RBB hatte zuerst berichtet.

„Ich war im Sommer 2023 bei Herrn Kurth in seiner Berliner Wohnung“, so beginnt die Erklärung der Berliner AfD-Chefin. Sie hat diese Erklärung der Berliner Zeitung auf Nachfrage zukommen lassen.

Rechte Gästeliste bei Ex-CDU-Mann: Kubitschek, Sellner, Brinker

Von dem Treffen in Kurths Privatwohnung im vergangenen Sommer hatte zunächst der Spiegel berichtet. Demnach zählten zu den Gästen unter anderem der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner, der rechtsextreme Verleger Götz Kubitschek sowie der spätere AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Maximilian Krah.

Nach eigener Darstellung hatte Kristin Brinker per Mund-zu-Mund-Propaganda von dem Treffen in Kurths Privatwohnung gehört. Auf wen sie dort treffen würde, habe sie nicht gewusst.

AfD-Chefin: Ich war überrascht über die Anwesenheit von Herrn Sellner

Offenbar störte sich die 52-Jährige insbesondere an einem speziellen Gast. „Ich wähnte mich als Gast eines ehemaligen CDU-Politikers und war dabei mehr als überrascht über die Anwesenheit des Herrn Sellner“, schreibt Brinker in ihrer Erklärung. Sellner habe kurz die Thesen seines Buchs vorgestellt. „Diese Thesen teilte ich damals nicht, und ich teile sie auch heute nicht. Ein weiterer Austausch fand nicht statt“, so Brinker.

Martin Sellner ist das bekannteste Gesicht der Identitären Bewegung, einer rechtsextremen Organisation, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Laut Erkenntnissen des Recherchezentrums Correctiv nahm Sellner Ende November 2023 auch an einem Treffen in Potsdam mit anderen Rechtsextremisten teil. Mit dabei waren auch Politiker der AfD sowie Mitglieder der CDU und der Werteunion. Dabei sei unter anderem über einen Masterplan zur massenhaften Abschiebung oder Verdrängung von Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland beraten worden.

Peter Kurth war von 1999 bis 2001 Berliner Finanzsenator für die CDU. Von 2001 bis 2006 saß er ebenfalls für die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Herbst 2023 war er aus der Partei ausgetreten. Zuletzt war er Präsident des Entsorgungswirtschaftsverbandes BDE.

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