Nach 14 Jahren bin ich am 1. Januar 2025 zum ersten Mal wieder von Beirut nach Damaskus gefahren. Im Vergleich zum milden mediterranen Klima in Beirut ist der Winter in Damaskus kalt und windig, nachts kann es bis zu zwei Grad Celsius kalt werden. Das Klima ist trocken mit gelegentlichem Regen und Schnee.
Kalt ist es in diesen Tagen in Damaskus nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Wohnungen und Geschäften. Heizmaterial jeglicher Art ist in vielen Teilen Syriens seit Jahren ein Luxusgut, Strom gibt es durchschnittlich eine Stunde am Tag, eine der vielen Folgen des langen Krieges und der wirtschaftlichen Krise des Landes. Gas, Strom oder Holz gibt es entweder gar nicht oder nur zu unbezahlbaren Preisen. Kein Heizmaterial bedeutet kein warmes Wasser, kein Gas bedeutet keine Kochmöglichkeit, kein Strom bedeutet keine Möglichkeit, sich zu waschen, technische Geräte zu benutzen oder im Dunkeln ein Licht anzuzünden. Wer ein bisschen Geld übrig hat, installiert ein paar Solarzellen auf dem Dach, der erzeugte Strom reicht für Licht, ein paar Steckdosen und Internet. Mehr nicht.

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