Afrika

Der vergessene Konflikt im Sudan: Warum hört die Welt nicht den Hilfeschrei?

Im Sudan herrschen Gewalt und Vertreibung, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. In Berlin spricht die sudanesische Botschafterin über die Probleme ihres Landes.

Ein Mann transportiert Wasser in der Hauptstadt Khartum. Viele Menschen im Sudan sind von Hunger betroffen.
Ein Mann transportiert Wasser in der Hauptstadt Khartum. Viele Menschen im Sudan sind von Hunger betroffen.AP

Zum Pressetermin in der sudanesischen Botschaft in Berlin kamen vier Journalisten. Vier Journalisten für die größte Vertreibung der Welt – ein Sinnbild für die fehlende Aufmerksamkeit, die dem Sudan und seiner leidenden Bevölkerung zuteilwird.

Die humanitäre Situation im Sudan verschlimmert sich stetig. 2019 wurde der mehr als 30 Jahre lang autoritär regierende Präsident Omar al-Baschir durch Proteste seines Amtes entledigt, es wurde eine Übergangsregierung aus Zivilisten und Militärs eingesetzt, bevor eine demokratische Regierung gewählt werden sollte. Zwei Jahre später erfolgte ein Putsch und das Militär übernahm die gesamte Führung des Landes. Präsident wurde Abdel Fattah al-Burhan, sein Vize Mohammed Hamdan Daglo. Die beiden Generäle zerstritten sich allerdings wenig später über die Machtverhältnisse, und so brach im April 2023 der Konflikt zwischen der sudanesischen Armee (SAF) unter al-Burhan und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) unter Daglo aus.

Dieser dauert bis heute an und forderte bereits mehr als 15.000 Tote, es gibt elf Millionen Vertriebene und bis zu 25 Millionen Menschen, die laut Welternährungsprogramm von Hunger bedroht sind.

Berliner Zeitung

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