Militarisierung des Alltags

Kampfjet-Plätzchen zu Weihnachten: Wie der Krieg Kindern jetzt als Süßigkeit serviert wird

Was als harmloses Werbegeschenk daherkommt, fördert die Normalisierung von Kriegslogik – ausgerechnet in der Weihnachtszeit, die doch für Frieden steht. Eine Kolumne.

In diesem Jahr werden zu Weihnachten Plätzchen in Form von Kampfjets ausgestochen.
In diesem Jahr werden zu Weihnachten Plätzchen in Form von Kampfjets ausgestochen.Roshanak Amini/Berliner Zeitung

Im April dieses Jahres hatten wir bereits das zweifelhafte Vergnügen, Ostern wie zu Nazizeiten zu feiern. Eine Tübinger Bäckerei verkaufte damals Zuckerhasen im Panzer oder an der Haubitze – gebacken mit Originalformen aus dem Zweiten Weltkrieg. Das süddeutsche Traditionsunternehmen Café Lieb ließ den Osterhasen als Wehrmachtssoldaten durchs Schaufenster marschieren, als wäre der deutsche Faschismus nie geschehen.

Und nun, da die Adventszeit beginnt und in deutschen Küchen wieder fleißig Plätzchenteig ausgerollt wird, darf selbstverständlich auch hier das Militärische nicht fehlen. Dafür sorgt der Rüstungskonzern Airbus Defence, der vergangene Woche auf der Berlin Security Conference äußerst bizarre Werbegeschenke verteilte: Ausstechförmchen in Form des Kampfjets Eurofighter Typhoon.

Berliner Zeitung

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