Ukrainekrieg

Frauen gegen Zwangsmobilisierung: Wie Ukrainerinnen den Widerstand auf die Straße tragen

Sie schreien, filmen, blockieren Busse – und riskieren Gewalt und Haft: In der Ukraine werden Frauen zur treibenden Kraft gegen die brutale Zwangsmobilisierung. Eine Kolumne.

Der Widerstand gegen die sogenannte „Busifizierung“ wird in der Ukraine vor allem von Frauen getragen.
Der Widerstand gegen die sogenannte „Busifizierung“ wird in der Ukraine vor allem von Frauen getragen.Andriy Andriyenko/imago

Frauen in der Ukraine sind zu den führenden Kräften im Widerstand gegen die Zwangsmobilisierung geworden, die weithin als „Busifizierung“ bekannt ist. Damit ist die Praxis gemeint, Männer auf offener Straße festzunehmen, sie in Kleinbusse zu zerren und zu Territorialen Rekrutierungszentren (TCK) zu bringen, wo sie häufig unter Druck gesetzt werden, Einberufungspapiere zu unterschreiben.

In den sozialen Netzwerken sind inzwischen Videos aus allen Teilen des Landes zu sehen, die zeigen, dass Frauen die Hauptakteurinnen dieses Widerstands sind. Meist handelt es sich um gewöhnliche Passantinnen, die auf Hilferufe oder sichtbare Gewalt reagieren. Die Frauen schreien, filmen und ziehen Menschenmengen an, um das, was sie als eklatante Menschenrechtsverletzungen wahrnehmen, publik zu machen. Wenn das nicht ausreicht, stellen sie die Einberufungsbeamten lautstark zur Rede, werfen ihnen Machtmissbrauch vor und sagen, sie erledigten die „Drecksarbeit“ der Behörden und schickten junge Männer in den „sicheren Tod“.

Berliner Zeitung

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