Verteidigungspolitik

Russland im Visier: Frankreich und Großbritannien beschließen Atomwaffen-Kooperation

London und Paris wollen erstmals ihre Atomwaffen enger koordinieren, um Europa besser gegen Angriffe schützen zu können. Hintergrund ist die Angst vor einem möglichen Rückzug der USA.

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in London
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in LondonLudovic Marin/AFP

Europa steht sicherheitspolitisch an einem Wendepunkt: Die seit Jahrzehnten bestehende Gewissheit, dass die USA als atomarer Schutzschirm fungieren, gerät ins Wanken. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach angedeutet, dass er im Falle eines russischen Angriffs nicht unbedingt alle Nato-Verbündeten verteidigen würde.

Nun reagieren die beiden einzigen europäischen Atommächte Frankreich und Großbritannien: Erstmals haben Paris und London zugesagt, den Einsatz ihrer nuklearen Abschreckung zu koordinieren, um Europa im Ernstfall gemeinsam gegen jede „extreme Bedrohung“ zu verteidigen. Die Einigung wurde am Donnerstag bei einem Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Großbritannien offiziell verkündet.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar