Anspruch und Wirklichkeit

Das Ende des Universalismus: Der lange Abschied von Europas Lieblingsidee

Europa verliert den Glauben an seine eigene Leitidee. Krieg, innere Spaltung und schwindende Macht entlarven den Universalismus als Illusion. Ein Essay.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen während einer Pressekonferenz im Europagebäude in Brüssel
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen während einer Pressekonferenz im Europagebäude in BrüsselIMAGO/Nicolas Landemard / Le Pictorium

„Eine kleine Landzunge am Ende des asiatischen Kontinents“ – so beschrieb Paul Valéry kurz nach dem Ersten Weltkrieg die Selbstbefindlichkeit Europas. Und er fuhr fort: „Wir sehen jetzt, dass der Abgrund der Geschichte Raum hat für alle. Wir fühlen, dass eine Zivilisation genauso hinfällig ist wie ein einzelnes Leben.“ An diese Zeilen erinnert man sich mit einem gewissen Unbehagen, während in Mar-a-Lago und Moskau, Brüssel und Berlin über die politische Zukunft Europas diskutiert wird.

Berliner Zeitung

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