Meinungsfreiheit

Zwischen Moral und Meldestelle: Frei reden? In Deutschland lieber nicht

Der Fall Norbert Bolz, die Debatte um Roger Köppel und die Freiheitsrhetorik von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zeigen: Meinungsfreiheit ist auf ein Bekenntnis ohne Folgen reduziert.

Wenn Meinungsfreiheit mehr sein soll als eine wohlklingende Floskel, dann muss sie auch dort gelten, wo sie dem eigenen Weltbild widerspricht.
Wenn Meinungsfreiheit mehr sein soll als eine wohlklingende Floskel, dann muss sie auch dort gelten, wo sie dem eigenen Weltbild widerspricht.www.imago-images.de

Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist formal intakt und praktisch beschädigt. Nicht durch Verbote, sondern durch Vorsicht. Nicht immer durch Zensur, sondern durch das diffuse Gefühl, dass richtige Worte falsche Folgen haben können. Wer heute öffentlich spricht, wägt ab. Wer zuspitzt, rechnet mit Konsequenzen und im schlimmsten Fall mit einer Hausdurchsuchung. Wer provoziert, weiß: Der Raum des Sagbaren ist kein rechtsfreier, sondern ein vermessener.

Berliner Zeitung

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