Suris Weekender

Zwischen Toilettengang und Hochkultur – Berlins Wochenenden bleiben unvergleichlich

Wie sieht ein typisches Wochenende in Berlin aus? Für unsere Kolumnistin begann es im bekanntesten Lokal der Stadt – und endete, sehr laut, auf dem stillen Örtchen.

Von einer Literaturveranstaltung ins stille Örtchen? Das erlebt man nur in Berlin.
Von einer Literaturveranstaltung ins stille Örtchen? Das erlebt man nur in Berlin.dpa/Jens Kalaene

Ein gutes Wochenende in Berlin zeichnet sich durch Erlebnisse aus, die man so nirgendwo sonst erleben könnte. Ein Wochenende, das im Borchardt beginnt und – verzeihen Sie mir den Ausdruck – im Scheißhaus endet. Aber eines nach dem anderen.

Donnerstagabend. Ich betrete das rappelvolle Borchardt, winke meinen Freunden zu, die bereits Platz genommen haben, entdecke zwischen Tellern mit Schnitzeln auch gleich Daniel Donskoy, der etwas später, ein Stockwerk höher, aus seinem neuen Buch lesen wird. Es ist mal wieder Writer’s Thursday – eine der spannendsten Literaturveranstaltungen der Bundesrepublik, ein illustres Publikum aus Redakteurinnen, Autoren, Verlegern.

Der Saal ist voll. Jacinta Nandi liest witzig aus „Single Mom Supper Club“, Donskoy mit etwas zu viel Pathos. Im Nebensaal wird geraucht. Nicht heimlich, nicht draußen vor der Tür, sondern auf Couches sitzend, zwischen Büchern und amüsierten Gesichtern. Denn in der Regel ist man hier, anders als auf den meisten Lesungen, wirklich gut gelaunt.

Berliner Zeitung

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