DDR-Geschichte

Roland Albrecht: Man konnte in der DDR auch Karriere machen, ohne linientreu zu sein

Er war Chefkellner im Palast der Republik, er bediente Erich Honecker. Eine steile Karriere, deren Ende für den unbequemen Roland Albrecht plötzlich und unerwartet kam.

Roland Albrecht im Lokal Kantine in der Magazinstraße in Mitte, wo er heute arbeitet
Roland Albrecht im Lokal Kantine in der Magazinstraße in Mitte, wo er heute arbeitetMarkus Wächter/Berliner Zeitung

Herbst 1976. Es ist 18 Uhr und vor dem Palast der Republik herrschen Lärm und Gedränge, gleich öffnet die Disco Jugendtreff ihre Türen.
Die meisten Jugendlichen, die hier um die Pole-Position wetteifern, kommen aus Berlin oder Brandenburg. Doch sind auch manche eigens aus Leipzig angereist, aus Dresden und Rostock, um an diesem Abend das Duo Bolland & Bolland zu sehen.

Als die Türen sich endlich öffnen, gibt es kein Halten mehr. Die überwiegend Sechzehn- bis Zwanzigjährigen stürmen zum Tresen, um sich die ersten Getränke zu holen. Und stellen vermutlich nicht ohne Überraschung fest, dass der Oberkellner des angesagtesten Clubs der DDR kaum älter ist als sie selbst. Sein Name ist Roland Albrecht.

Berliner Zeitung

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