Wie schön, wenn man als langjährige Gastrokritikerin einige Kochbiografien in dieser Stadt über die Jahre mitverfolgen kann. Zum Beispiel die von Nadav Kundel. Zum ersten Mal gegessen habe ich bei diesem talentierten Koch im Night Kitchen in den Heckmann-Höfen – wohl kurz nachdem er von Tel Aviv nach Berlin zog.
Das muss rund fünf Jahre her sein. Persönlich kennengelernt habe ich ihn erst, als er Küchenchef des Club-Restaurants Papillon wurde. In dieser Glitzerwelt mit unzähligen Spiegeln, goldenen Kugellampen, verschiedenen Bars und DJ-Bereich, die der Event-Veranstalter Felix Brandts unter den S-Bahnbögen am Zoo erschaffen hat, behauptete Nadav Kundel sich kulinarisch tapfer.
Essen ist für die meisten Menschen im Papillon eher Nebensache. Primäres Ziel, so schien mir bei meinem Besuch, war es seitens der Männer, mit ihren hart erarbeiteten Muskeln zu flexen; die Frauen führten im Gegenzug Lippen, Brust und Gucci-Bags vor.

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