Reinheitsmythos

Mette-Marit in den Medien: Wie alte Denkstrukturen Männer entlarven

Die mediale Berichterstattung über Mette-Marits Dating-Show-Auftritt von 1996 ist kein Journalismus – sie ist ein Lehrstück in modernem Sexismus. Ein Kommentar.

Mette-Marit, Kronprinzessin von Norwegen: Darf eine Prinzessin ein Vorleben haben?
Mette-Marit, Kronprinzessin von Norwegen: Darf eine Prinzessin ein Vorleben haben?imago/Abdullah Firas/ABACA

Es gibt gute Gründe, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit kritisch zu betrachten. Ihre Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dem verurteilten Sexualstraftäter, sind dokumentiert, umfangreich und verstörend. Sie hat ihn gegoogelt, wusste Bescheid – und pflegte den Kontakt trotzdem jahrelang weiter.

Aber darum geht es gar nicht in einem aktuellen Artikel in der Bild-Zeitung. Stattdessen kommentieren die beiden männlichen Autoren ein 30 Jahre altes Video einer Datingshow, um eine Frau dafür vorzuführen, dass sie mit 23 Jahren auf der Suche nach der Liebe war. Im Fernsehen! In Leoparden-Leggings! Mit Federboa! „Der Hammer“, schreiben sie dort: „Während sie im Fernsehen nach einem Mann suchte, war Mette-Marit bereits schwanger.“

Berliner Zeitung

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