Mein Freund hat einen Hund. Einen ganz besonderen Hund, der Clara heißt. Clara ist lieb und folgsam, meistens auch extrem entspannt. Selbst das Geknalle und Geböllere, das in Berlin bekanntermaßen schon Tage vor Silvester anfängt, nimmt Clara verhältnismäßig lässig hin. Ein Zucken, aufgestellte Ohren, ein verdutztes Gesicht – das war’s oft schon.
Trotzdem hielten wir es für das Beste, über Silvester aufs Land zu fahren. Schließlich lebt mein Freund in Kreuzberg, wo es jedes Jahr besonders heftig knallt. Also hatten wir ein Tiny House in Brandenburg gemietet – eines, das ganz allein in der Natur steht. Nur stellten wir gleich bei der Anreise fest: So einsam gelegen war das Häuschen nun auch wieder nicht, die nächste Plattenbauanlage lag nur etwa einen Kilometer entfernt, überhaupt gab’s ringsherum viele Dörfer und Städtchen.
Und vor allem: Zur polnischen Grenze war’s nicht weit, eine Autofahrt von 15 Minuten vielleicht, in den Gemeinden der Gegend dürfte man sich also ordentlich ausgestattet haben. Was wir schon bei unserer Ankunft befürchtet hatten, bewahrheitete sich dann in der Silvesternacht. Beziehungsweise eigentlich bereits am Silvesternachmittag, denn wie in Kreuzberg wird offenbar auch im Landkreis Märkisch-Oderland gern schon ein bisschen früher losgeböllert.

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