In rund zwei Wochen findet zum 70. Mal der Eurovision Song Contest statt. Zwischen dem 12. und dem 16. Mai treten in diesem Jahr Künstler aus insgesamt 35 teilnehmenden Ländern in Wien an. Das Siegerland darf den Wettbewerb im nächsten Jahr austragen.
Doch ausgerechnet zur Jubiläumsausgabe müssen sich die Organisatoren erneut weniger mit der Musik als mit Politik beschäftigen. Hunderte Künstlerinnen und Künstler riefen im Vorfeld zum Boykott auf. So nun auch der Berliner Rapper Pashanim.
Eurovision Song Contest: Künstler fordern Boykott
Wie fast jedes Jahr in jüngerer Vergangenheit wird der ESC auch dieses Jahr von politischen Kontroversen begleitet. Bereits im Vorfeld hatten öffentlich-rechtliche Sender aus fünf Ländern angekündigt, aus Protest weder teilzunehmen noch zu übertragen: Spanien, Irland, Slowenien, die Niederlande und Island. Wegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg hatten sie einen Ausschluss Israels verlangt – die zuständige European Broadcasting Union (EBU) war der Forderung jedoch nicht nachgekommen.
Aus demselben Grund fordern inzwischen mehr als 1100 Künstlerinnen und Künstler in einem offenen Brief einen Boykott des Song Contests. Neben namhaften Musikern wie Peter Gabriel, Paul Weller und Brian Eno unterschrieb auch die dänische ESC-Gewinnerin von 2013, Emmelie de Forest. Selbst Sarah Engels, die in diesem Jahr für Deutschland antritt, bezeichnete den Wettbewerb als „falsche Bühne, um tiefe politische Konflikte auszutragen“.
Unabhängig von offenen Briefen und Petitionen meldete sich nun auch der Berliner Rapper Pashanim zu Wort. Ohne große Reden schrieb er in einer inzwischen nicht mehr abrufbaren Instagram-Story: „Kein ESC“. Auf Nachfrage teilte sein Management der Berliner Zeitung mit, dass dem Beitrag „nichts weiter hinzuzufügen“ sei.
Überraschend ist sein eher wortkarges Statement jedoch nicht. Der Kreuzberger Rapper mit türkischen Wurzeln hält sich in der Regel weitgehend aus der Presse heraus und gibt kaum Interviews. Statt über klassische Medien kommuniziert er über seine Musik und Social Media. Längere Stellungnahmen oder Talkshow-Auftritte des 25-Jährigen sind nicht bekannt. Seine klare Äußerung ist vor allem deswegen so bemerkenswert, weil eine politische Positionierung nicht unbedingt Teil von Pashanims öffentlicher Künstlerrolle ist.


