Nachdem Collien Fernandes die schweren Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht hatte, gab es schnell zahlreiche Reaktionen. Unter dem Instagram-Beitrag der Schauspielerin, in dem sie die Vorgänge in drastischen Worten schildert, meldeten sich etliche Branchengrößen zu Wort.
Kolleginnen wie Janin Ullmann, Susan Sideropoulos, Palina Rojinski, Nazan Eckes oder Rebecca Mir zeigen sich erschüttert, versichern Fernandes ihrer Solidarität, loben sie für ihren Mut. Politikerinnen wie Ricarda Lang fordern, „digitale Gewalt endlich ernst zu nehmen und die Gesetzeslücken, die Frauen schutzlos zurücklassen, zu schließen“.
Allerdings, das bemerkte nicht nur die Autorin Mareice Kaiser via Instagram, gibt es zwar sehr, sehr viele solidarische Beiträge von weiblicher Seite, aber kaum welche von Männern.
Sabin Tambrea nutzt die Bühne der Jupiter Awards
Und tatsächlich muss man die männlichen Prominenten schon mit der Lupe suchen, die sich öffentlich zu dem Fall äußern. Viele Kollegen aus dem beruflichen Umfeld Ulmens, ob aus der frühen Zeit beim Musikfernsehen oder späteren Projekten wie „Jerks“, halten sich bedeckt. Die Berliner Zeitung hat konkret bei Fahri Yardim, Mola Adebisi, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf Statements angefragt, aber entweder keine oder abschlägige Antworten erhalten.
Zu den wenigen Ausnahmen in der Schauspielbranche zählt der „Babylon Berlin“-Darsteller Sabin Tambrea. Bei der Verleihung des Jupiter Awards am Donnerstagabend in Hamburg wird Tambreas Film „Der Heimweg“ gefeiert – und er nutzt die Bühne, um auf die jüngsten Enthüllungen von Collien Fernandes einzugehen: „Es ist so ekelhaft und so grausam, was wir heute in der Presse gelesen haben. Es ist schockierend, weil es Teil unserer Gesellschaft und in unserer Mitte ist. Ich bin so sprachlos darüber, dass ich nur sagen möchte, es ist Zeit, dass sich kein Täter mehr sicher fühlt.“
Via Instagram meldet sich der Autor und Comedy-Texter Peter Wittkamp zu Wort. Er mache dieses Video „über die furchtbare Tat von Christian Ulmen“, weil sich sehr viele Frauen dazu äußerten, aber „mal wieder nur sehr wenige Männer“. Er sei immer noch sehr sprachlos, was er aber sagen wolle: „Es ist komplett kranke Scheiße, und es ist auch kein Fetisch.“
Wenn man so etwas Fetisch nenne, sei das eine Beleidigung gegenüber Menschen, die einen Fetisch haben. Wittkamp versichert seine volle Solidarität mit Collien Fernandes und den „vielen unbekannten Opfern, denn so etwas passiert täglich tausendfach in Deutschland. Ich würde mir wünschen, dass es aufhört, aber ich bin da eher skeptisch und pessimistisch.“
Den Satz „Die Scham muss die Seite wechseln“ von Gisèle Pelicot, der fordert, dass nicht Opfer sexualisierter Gewalt, sondern Täter Verantwortung und Scham tragen, teilte der Schauspieler Clemens Schick auf seiner Instagram-Seite. Er wird auch im Zusammenhang mit Collien Fernandes von zahlreichen Prominenten als Zeichen der Solidarität mit der Schauspielerin verwendet.


