Open Source

Das war’s, liebe Lufthansa. It’s over. Never again!

Unsere Autorin hat ihr Vertrauen in die ehemals so hoch angesehene Fluggesellschaft verloren, zieht die Konsequenzen und schreibt einen Abschiedsbrief.

Streiks, Verspätungen und so fort ... die Lufthansa hat ein Imageproblem.
Streiks, Verspätungen und so fort ... die Lufthansa hat ein Imageproblem.Eibner-Pressefoto/EXPA/Feichter/imago

Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine geben allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.


Liebe Lufthansa,

viele Jahre habe ich dir die Treue gehalten, aber nun trennen sich unsere Wege. Du hast zwar immer wieder dafür gesorgt, dass bei meinen Flügen mit dir keine Langeweile aufkam, aber seitdem ich von der Übernachtungsorgie einiger Passagiere in München gehört habe, überkam mich das Verlangen, endgültig von dir Abschied zu nehmen. Zweifellos verbinden uns interessante Zeiten.

Schon vor dem Boarding wird man aufgefordert, auch sein Handgepäck aus Platzgründen aufzugeben. Was aber, wenn wie geschehen, weder Koffer noch Handgepäck den Weg zum Urlaubsort finden? So verbrachte ich fünf Tage, hoffend, dass mein Gepäck endlich eintreffen würde, feierte das Wiedersehen mit meinen Sachen an Tag sechs und musste am siebten Tag wieder abreisen.

Als ich eine Woche vor Weihnachten erneut ohne Gepäck ankam, sorgtest du für echte Spannung vor der Bescherung. So wurde meinem Koffer die Ehre zuteil, an Heiligabend von der ganzen Familie vom Flughafen in Sevilla abgeholt zu werden, denn es befanden sich die Weihnachtsgeschenke darin.

Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.
Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.Hannes P. Albert/dpa

Beule am Lieblingskoffer

Als meinem Lieblingskoffer eine Beule verpasst wurde, war ich nachsichtig, denn ich erhielt nach mehreren Schreiben und meiner Weigerung, einen Koffer bei deinem Anbieter zu kaufen, eine Wiedergutmachung. Immerhin, besser als nichts. Den Vogel abgeschossen hast du aber im Dezember vergangenen Jahres. Gebucht war ein Flug Berlin–Sevilla mit Umstieg in München. Es war bestes Flugwetter. Technische Probleme verursachten jedoch mehr als zwei Stunden Verspätung, sodass mein Anschlussflug in München verpasst wurde. Weil der nächste Flug ausgebucht war, wurde mir eine Alternative geschickt: Welch eine Überraschung!

Du wolltest mir einen Kurzurlaub gönnen und mich am nächsten Tag zuerst nach Rom schicken, von dort nach Madrid und dann nach Sevilla. Ich wäre (vielleicht?) noch vor Mitternacht angekommen.

Überfülltes Service-Center

Dein Service-Center in München war überfüllt, aber nach einer Stunde Wartezeit fand ich mit einer engagierten Mitarbeiterin eine bessere Lösung: Ich fliege nach Madrid und fahre mit dem letzten Zug nach Sevilla. Noch im Flughafen buchte ich das Ticket für den Zug, der gegen 20:00 Uhr fahren sollte.

Um es abzukürzen: Auch dieser Flug hatte Verspätung und kam statt um 17:50 Uhr um 19:20 Uhr an. Noch an der Kofferausgabe reservierte ich ein Hotelzimmer. Am nächsten Tag nahm ich den Zug nach Sevilla und erreichte mein Reiseziel mit 24 Stunden Verspätung. Customer Relations hat bis auf das erste Zugticket alle Ausgaben ersetzt. Eine Entschädigung nach EU-Recht wurde abgelehnt.

Das war’s, liebe Lufthansa. It’s over. Auch wenn ich deine Schokoherzen gemocht habe, so hast du mein Vertrauen für immer verloren. Never again!

Ute Grimm ist eine ehemalige Pädagogin mit einem Herz für Fremdsprachen und einer ausgeprägten Abenteuerlust. Sie glaubt fest daran, dass man nie aufhört zu lernen und jede Reise ein neues Kapitel eröffnet.

Das ist ein Beitrag, der im Rahmen unserer Open-Source-Initiative eingereicht wurde. Mit Open Source geben wir allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten. Ausgewählte Beiträge werden veröffentlicht und honoriert.