Nahost

Zwei Tote bei Anschlagsserie im Norden Israels – Zivilist setzt Attentäter außer Gefecht

Ein Attentäter hat im Norden Israels zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die israelische Armee bereitet nach Angaben des Militärs Maßnahmen gegen den Herkunftsort des Täters vor.

Ein israelischer Polizeiwagen steht in der Nähe eines Tatortes.
Ein israelischer Polizeiwagen steht in der Nähe eines Tatortes.Carsten Rehder/dpa

Bei einer Anschlagsserie im Norden Israels sind am Freitag zwei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Times of Israel begann der Angriff in der Stadt Beit Sche’an nahe der Grenze zum Westjordanland. Dort wurde ein 68 Jahre alter Mann von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt.

Der Täter setzte seine Fahrt anschließend in Richtung Westen fort. Auf der Route 71 stach er nahe einer Bushaltestelle eine junge Frau nieder, die später ihren Verletzungen erlag. Die Times of Israel identifizierte das Opfer als die 19 Jahre alte Aviv Maor aus dem Kibbuz Ein Harod. Zudem wurden ein 16-jähriger Junge sowie ein weiterer Jugendlicher leicht verletzt, als der Angreifer mit seinem Wagen auf sie zufuhr.

Tatverdächtiger stammt aus dem Westjordanland

Nach Angaben der israelischen Armee wurde der Täter auf der Flucht nahe Afula von einem bewaffneten Zivilisten angeschossen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Das Militär erklärte, es handle sich um einen 37-jährigen Palästinenser aus dem besetzten Westjordanland. Den Angaben zufolge hatte er sich seit mehreren Tagen illegal in Israel aufgehalten. Seine Verletzungen beschrieben Krankenhausärzte als ernst, aber nicht lebensbedrohend.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz ordnete an, gegen das Herkunftsdorf des Täters „entschlossen und unverzüglich“ vorzugehen. Die Armee bereite einen Einsatz in Qabatiya vor. Generalstabschef Eyal Zamir habe gemeinsam mit weiteren Kommandeuren eine Lagebeurteilung vorgenommen. Der israelische Präsident Izchak Herzog erklärte nach Berichten der Jerusalem Post, er habe mit Vertretern der betroffenen Gemeinden gesprochen und den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen.

Im Westjordanland ist die Lage seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 extrem angespannt. Auch innerhalb der international anerkannten Grenzen Israels kommt es seitdem vermehrt zu Messerattacken, Brandanschlägen und Steinwürfen. Tödliche Zwischenfälle wie dieser sind aber seltener als im seit 1967 besetzten Westjordanland, wo 700.000 israelische Siedler inmitten von drei Millionen Palästinensern leben.