Steuergeldverschwendung

Millionengrab Zukunftszentrum Deutsche Einheit: Wenig Inhalt mit Rekordkosten

Das geplante Zukunftszentrum für Deutsche Einheit wird deutlich teurer als geplant. Auch das Konzept ist weiterhin unklar. Ist es überhaupt noch rentabel, zu betreiben?

Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit wird um ein Drittel teurer als geplant.
Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit wird um ein Drittel teurer als geplant.Heiko Rebsch

Die Baukosten für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ in Halle steigen nach neuesten Schätzungen um zig Millionen. Das Bundesbauministerium geht laut Mitteldeutscher Zeitung von einer Zunahme um mindestens ein Drittel aus.

Das Ministerium kalkuliert inzwischen mit mehr als 277 Millionen Euro statt der ursprünglich veranschlagten 208 Millionen. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen. Das sind drei Jahre später als anfangs geplant.

Wofür steht das Zukunftszentrum inhaltlich?

Die ursprüngliche Kostenschätzung war noch ohne konkreten Architektenentwurf erstellt worden. Dieser liegt mittlerweile vor. Dabei nahmen bebaute Fläche und Größe des Projektes deutlich zu. Zusätzlich führen die Baupreissteigerungen wie auch erhöhte Aufwendungen zu zusätzlichen Kosten. Halle hatte sich im Auswahlverfahren gegen Frankfurt (Oder) als Standort durchgesetzt. Das Zentrum gilt als größtes Bundesbauprojekt des laufenden Jahrzehnts.

Dabei bleibt weiterhin unklar, wofür das Zentrum mit seinen nun rund 14.000 Quadratmetern Nutzfläche inhaltlich genau stehen soll. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag geht hervor, dass weder konkrete Themen noch Veranstaltungsformate feststehen. Die Programmgestaltung liege in der Verantwortung einer noch zu besetzenden Geschäftsführung. Man strebe ein „interdisziplinäres Arbeiten“ an, das Forschung, Kultur und Zivilgesellschaft verbinde.

Jährlich 40 Millionen Euro Betriebskosten

Neben den Baukosten soll der Bund den laufenden Betrieb mit jährlich rund 40 Millionen Euro aus institutionellen Zuwendungen finanzieren. Die Trägergesellschaft wurde als gemeinnützige GmbH gegründet und wird von einem achtköpfigen, ehrenamtlich tätigen Aufsichtsrat überwacht. Im Oktober 2024 begann die öffentliche Ausschreibung erster Personalstellen. Bis zu 200 Arbeitsplätze sollen entstehen, eine Million Besucher pro Jahr werden angepeilt.

Ob der Bundestag angesichts der Kostensteigerung weitere Mittel für die Planung freigibt, ist offen. Das Parlament müsste als nächsten Schritt zusätzliche Gelder bewilligen.