Gesundheit

Zeckensaison in Deutschland: Welche Mythen stimmen – und welche nicht

Nicht nur, dass Zecken Krankheiten übertragen, sie sollen auch tödlich sein. Aber stimmt das? Was über die Blutsauger wirklich bekannt ist.

Zecken gehören wohl neben Mücken, Fliegen und Bremsen sicher zu den unangenehmsten tierischen Zeitgenossen.
Zecken gehören wohl neben Mücken, Fliegen und Bremsen sicher zu den unangenehmsten tierischen Zeitgenossen.Patrick Pleul/picture alliance/dpa

Mit dem Frühling beginnt in Deutschland die Zeckensaison, die von April bis Oktober andauert. Die kleinen Blutsauger können dabei zwei Krankheiten übertragen: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen FSME existiert eine Schutzimpfung, gegen Borreliose hingegen nicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung insbesondere für Menschen in Risikogebieten sowie für Risikogruppen wie Forstarbeiter und Landwirte.

Doch rund um die Zecke kursieren zahlreiche Fehlinformationen, die sich vor allem über soziale Netzwerke hartnäckig verbreiten.

Weiße Zecke: Warnung ohne Grundlage

Regelmäßig warnen Nutzer in sozialen Medien vor einer angeblich in Deutschland vorkommenden weißen Zecke, die schwere Entzündungen auslösen soll. Laut dem Faktencheck-Portal mimikama.at ist diese Warnung jedoch gegenstandslos: Die weiße Zecke kommt ausschließlich in Australien vor. In Deutschland kann lediglich die Igelzecke ein weißliches Erscheinungsbild aufweisen. Heimisch sind hierzulande der gemeine Holzbock, die Auwaldzecke, die Schafszecke, die Taubenzecke, die Hyalomma-Zecke und die braune Hundezecke.

Auwaldzecke: Gefährlich, aber nicht automatisch tödlich für Hunde

Für Verunsicherung sorgte die Berichterstattung über die Auwaldzecke, die als tödliche Gefahr für Hunde dargestellt wurde. Tatsächlich kann diese Zeckenart – ebenso wie die braune Hundezecke – sogenannte Babesien übertragen, die eine Babesiose auslösen, auch als Hunde-Malaria bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Stich zwangsläufig tödlich verläuft.

Wie gefährlich ist ein Zeckenstich wirklich?

In FSME-Risikogebieten tragen lediglich 0,1 bis 5 Prozent der Zecken den Erreger in sich. Borreliose-Erreger finden sich bei maximal 30 Prozent der Tiere. Zudem erkrankt nicht jede Person, die gestochen wird.

Übrigens: Zecken beißen nicht, sie stechen. Sie verfügen über zwei scherenartige Mundwerkzeuge, die sogenannten Cheliceren, sowie ein Hypostom. Damit schneiden sie zunächst die Haut auf und stechen anschließend zu.

So entfernt man Zecken richtig

Auch bei der Entfernung einer Zecke halten sich falsche Ratschläge. Weder das Herausdrehen mit einer Pinzette noch das Beträufeln mit Öl oder Klebstoff sind geeignete Methoden. Im Gegenteil: Öl und Klebstoff können kontraproduktiv wirken, da die Zecke in ihrem Todeskampf vermehrt Viren und Bakterien abgeben kann, wie das Robert Koch-Institut (RKI) warnt.

Die richtige Methode laut RKI: Die Zecke möglichst hautnah an ihren Mundwerkzeugen mit einer Pinzette oder den Fingernägeln greifen und senkrecht herausziehen. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Wichtig ist, dass die Zecke vollständig entfernt wird, um Entzündungen zu vermeiden.