In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ haben die Gäste am Dienstagabend über den Krieg in Iran und das Vorgehen der USA diskutiert. Zu Gast waren dabei der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter, die Journalistin Kristina Dunz (Redaktionsnetzwerk Deutschland), die Nahost-Expertin Bente Scheller, der Migrationsexperte Gerald Knaus wie der Politikwissenschaftler Frank Umbach.
Ausgangspunkt der Debatte war die Forderung von US-Präsident Donald Trump an die Nato, Kriegsschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus zu entsenden. Die Nato-Staaten lehnten dies zuletzt ab. Lanz stellte daraufhin die zentrale Frage des Abends: „Wie groß ist die Gefahr, dass dieser Krieg plötzlich unser Krieg wird?“
Kiesewetter: Europäer „überhaupt nicht einbezogen“
Kiesewetter, der bereits Anfang März auf der Plattform X einen Systemwechsel im Iran als im deutschen Interesse liegend bezeichnet hatte, bekräftigte diese Position im Studio. Gleichzeitig kritisierte er, das Vorgehen der USA und Israels sei „nur in Teilen abgestimmt“ gewesen, die Europäer seien „überhaupt nicht einbezogen“ worden.
Dunz widersprach Kiesewetter deutlich: „Was Israel und die Amerikaner da machen, ist überhaupt nicht mein Krieg“. Ein von außen herbeigeführter Systemwechsel sei durch das Völkerrecht nicht gedeckt. Kiesewetter hielt dagegen: „Nicht alle Völkerrechtler sehen es gleich“.
Umbach warnte vor den wirtschaftlichen Konsequenzen des Konflikts: „Je länger dieser Konflikt natürlich dauert, umso höher sind die Auswirkungen für die Weltwirtschaft“. Modertor Lanz fragte daraufhin: „Wenn der Spritpreis dann deutlich über zwei Euro ist, hört das dann auf mit der Moral und mit den klaren Bekenntnissen?“.
Als Kiesewetter daraufhin von „doppelter Moral“ sprach, konterte Lanz: „Entschuldigung, wir sind Spezialisten für Doppelmoral, ich bitte Sie!“ Kiesewetter schoss zurück: „Sie vielleicht! Ich nicht“. Lanz platzte schließlich der Kragen: „Bitte! Das ist doch nicht Ihr Ernst!“


