Die Gäste der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ haben am Dienstagabend über den Krieg in der Ukraine und die europäische Verteidigungsfähigkeit diskutiert. Zu Gast waren dabei der Strategieberater Julius van de Laar, die Ukraine-Korrespondentin der Zeit, Olivia Kortas, die Sicherheitsexpertin Claudia Major, die SPD-Politikerin Katarina Barley und die Journalistin Mona Jaeger (FAZ).
Russland führt nach Einschätzung der Sicherheitsexpertin Major eine „brutale Entvölkerungs- und Vernichtungskampagne“ gegen die Ukraine. „Und wir Europäer lassen das zu“, kritisierte die Vizepräsidentin des German Marshall Fund.
Mona Jaeger: Geeintes Europa „gibt es nicht“
Sie warnte, die Ukraine werde „in den wirtschaftlichen Ruin bombardiert“. Ukrainische Freunde hätten ihr gesagt: „Diesen Winter kriegen wir noch hin, den nächsten wahrscheinlich nicht mehr.“ Die USA seien längst kein verlässlicher Partner mehr, sondern nur noch „ein Moderator“ – manche befürchteten sogar, Washington stehe eher aufseiten Russlands.
FAZ-Journalistin Jaeger widersprach dem Bild eines geeinten Europas: „Das gibt es nicht. Aber das Problem ist, dass auf formaler Ebene noch absolut so getan wird.“ Die EU falle in kritischen Fragen immer wieder auseinander. Lanz zeigte sich frustriert: „Militärisch haben wir nichts drauf.“
Barley dämpfte die Erwartungen an schnelle Lösungen: „Die Europäische Union ist kein Staat! Wir können nicht einfach machen, was wir wollen.“ Man könne nicht erwarten, dass Europa „von null auf hundert“ eine gemeinsame Armee aufstellen könne. Manchmal brauche es „diese riesigen Krisen“, um die Mitgliedstaaten zu einen.
Major kritisierte zudem, dass sogenannte Sicherheitsgarantien für die Ukraine „ein bisschen Schönrederei“ seien. Eine Verpflichtung zur Verteidigung nach dem Vorbild eines Nato-Bündnisfalls stehe nicht zur Debatte.


