Wolfgang Heichel, die prägende Stimme der deutschen Popgruppe Dschinghis Khan, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Berühmt wurde die Gruppe mit den Hits „Moskau“ und „Dschingis Khan“.
Wie sein Management auf Instagram mitteilte, verstarb der Musiker bereits am 20. Januar „völlig überraschend“ in seinem Zuhause. „Der Khan von Dschinghis Khan klopfte an die Himmelspforte und trat ein. Aber er lebt in seiner Musik weiter“, schrieb das Management des Künstlers. Nähere Angaben zur Todesursache wurden nicht gemacht.
Von Meißen über Westberlin zum Eurovision Song Contest
Heichel wurde am 4. November 1950 in Meißen in der damaligen DDR geboren. Im Alter von drei Jahren übersiedelten seine Eltern mit ihm nach Westberlin.
Seinen musikalischen Durchbruch erlebte er 1979, als er mit Dschinghis Khan beim Eurovision Song Contest in Israel den vierten Platz für Deutschland erreichte. Die Gruppe, die von Hitproduzent Ralph Siegel zusammengestellt worden war, gilt als erste Casting-Band Deutschlands.
Mit den Hits „Moskau“ und „Dschinghis Khan“ feierte die Formation weltweite Erfolge. In den israelischen Charts erreichte der Titelsong sogar Platz eins. In Deutschland haben sich beide Lieder im Programm jeder Tanzparty etabliert.
Höchste mongolische Auszeichnung für einen Ausländer
Für seinen Einsatz für die Völkerverständigung erhielt Heichel eine besondere Ehrung: Das mongolische Außenministerium ernannte ihn zum offiziellen Kulturbotschafter, der Präsident verlieh ihm die „Medaille der Freundschaft“ – die höchste Auszeichnung, die die Mongolei an ausländische Staatsbürger vergibt.
Nach der Auflösung der Band 1985 und einer Reunion 2005 verließ Heichel die Gruppe 2014 gemeinsam mit Edina Pop und Henriette Strobel. Ab 2018 trat er mit verschiedenen Formationen unter dem Namen Dschinghis Khan auf. Mit Heichel starb das dritte Mitglied der Originalbesetzung nach Steve Bender und Louis Potgieter.


