Iran-Krieg

„Wir brauchen die Hilfe von niemandem“: Trump sauer auf Nato-Verbündete

US-Präsident Donald Trump zeigt sich enttäuscht über Nato-Länder. Diese hätten sich geweigert, sich militärisch im Iran zu beteiligen.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpJim Watson/AFP

US-Präsident Donald Trump hat Nato-Länder für ihre Zurückhaltung kritisiert, im Iran-Krieg militärisch einzugreifen. Die USA seien von den meisten Nato-Ländern informiert worden, „dass sie sich nicht an unserer Militäroperation gegen das terroristische Regime im Iran im Nahen Osten beteiligen wollen“, schrieb Trump am Dienstag auf Truth Social.

Trump bemängelte, viele Nato-Länder hätten das US-Vorgehen gegen den Iran unterstützt und zugestimmt, dass das Land keine Atomwaffen besitzen dürfe. Er sei jedoch „nicht überrascht über ihr Verhalten“, fügte er hinzu, denn er habe die Nato immer als „Einbahnstraße“ betrachtet. „Wir werden sie schützen, aber sie werden nichts für uns tun, insbesondere in Zeiten der Not“, schrieb er.

Die USA hätten das „iranische Militär dezimiert“ und bräuchten die Unterstützung der Nato nicht mehr, so Trump. Das gelte auch für  Australien, Südkorea und Japan. Die USA „brauchen die Hilfe von niemandem“, sagte er weiter. Bei einer Veranstaltung im Oval Office sagte Trump laut Reuters, die Nato begehe „einen großen Fehler“. Die USA „finden das ziemlich schockierend“, fügte er hinzu.

Macron schließt Beteiligung an Einsatz vorerst aus

Kurz zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, sein Land werde sich nicht an einer Militäroperation für die Öffnung der Straße von Hormus beteiligen. „Wir sind nicht an dem Konflikt beteiligt und daher wird Frankreich sich im gegenwärtigen Kontext niemals an Operationen zur Öffnung oder Befreiung der Straße von Hormus beteiligen“, sagte Macron laut Reuters am Dienstag.

Trump hatte am Montag gesagt, er habe mit Macron gesprochen und bewerte dessen Haltung, Verbündete zur Öffnung der Meerenge zu bewegen, mit „acht von zehn“. Nun erklärte Macron, Frankreich sei bereit, zusammen mit anderen Nationen „die Verantwortung für ein Eskortsystem zu übernehmen“ – allerdings nur, „sobald sich die Lage beruhigt hat, das heißt, sobald die Hauptbombardierungen aufgehört haben“.

Trump hatte vor wenigen Tagen mehrere Länder, wie etwa Frankreich, Großbritannien, Südkorea und Japan dazu aufgefordert, Militärschiffe in die Straße von Hormus zu schicken, eine wichtige Handelsroute für Öl, die durch den Iran-Krieg größtenteils blockiert ist.

Die Bundesregierung schließt eine Beteiligung an einer solchen Mission allerdings aus. „Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag in Berlin. Dieses Nein gelte auch für eine militärische Absicherung der Straße von Hormus. (mit AFP)