Flugverkehr

Nach Warnstreik am BER: Verhandlungsergebnis zwischen Verdi und Flughafenbetreiber

Das Berliner Flughafenpersonal kann künftig mit besseren Konditionen rechnen. Nur ein Schritt fehlt noch zum neuen Tarif, der neue Streiks verhindern würde.

Der Streik der Berliner-Flughafenbeschäftigten am 18. März zeigte offenbar Wirkung.
Der Streik der Berliner-Flughafenbeschäftigten am 18. März zeigte offenbar Wirkung.Anabel Giesbert/dpa

Die Gewerkschaft Verdi und die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) haben sich in der vierten Verhandlungsrunde am Montag auf einen Tarifkompromiss für die rund 2000 Beschäftigten geeinigt, wie Verdi mitteilte. Fluggäste am Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) müssen deshalb vorerst keine weiteren Streiks der Flughafenbeschäftigten befürchten, auch wenn es durch Lufthansa-Streiks weiter zu Flugausfällen kommt.

Über die konkreten Inhalte der Einigung machte die Gewerkschaft zunächst keine Angaben – diese sollen erst nach der Bestätigung durch die Tarifkommission veröffentlicht werden.

Für Reisende ist vor allem relevant: Stimmt die Tarifkommission dem Ergebnis zu, sind weitere Warnstreiks am BER in den kommenden Monaten ausgeschlossen. Erst Mitte März hatte ein von Verdi ausgerufener ganztägiger Warnstreik den gesamten Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen lahmgelegt. Tausende Passagiere, deren Flüge gestrichen oder umgeleitet werden mussten, waren betroffen.

Einigung nach monatelangem Tarifstreit

Verdi hatte für die Beschäftigten der Flughafengesellschaft unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt gefordert, mindestens jedoch 250 Euro zusätzlich pro Monat je Entgeltgruppe beziehungsweise -stufe. Darüber hinaus verlangte die Gewerkschaft einen zusätzlichen freien Tag für ihre Mitglieder bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Ein früheres Angebot der Arbeitgeberseite hatte Verdi zufolge lediglich Gehaltserhöhungen von jährlich rund einem Prozent bei einer Laufzeit bis Ende 2028 vorgesehen. Dieses Angebot wies die Gewerkschaft als unzureichend zurück und rief daraufhin zum Warnstreik auf.

Erst in der vierten Verhandlungsrunde legte die Arbeitgeberseite laut Verdi ein neues Angebot vor, das als Grundlage für die nun erzielte Einigung diente. Ob sich die Forderungen der Gewerkschaft in vollem Umfang durchsetzen ließen, blieb zunächst offen.

Trotz der Entspannung im Tarifstreit zwischen Verdi und der Flughafengesellschaft sind Passagiere am BER nicht vollständig vor Einschränkungen geschützt. Der weiterhin ungelöste Tarifkonflikt bei der Lufthansa führt derzeit zu Flugausfällen, insbesondere bei innerdeutschen Verbindungen. Sowohl die Piloten als auch das Kabinenpersonal streiken. Mit der nun erzielten BER-Einigung hat dieser Arbeitskampf jedoch nichts zu tun. (mit dpa)