Wirtschaft

Wegen AfD-Einladung: Fritz-Kola beendet Mitgliedschaft im Verband der Familienunternehmer

Der Verband der Familienunternehmer öffnet sich für Gespräche mit der AfD. Fritz-Kola zieht daraus Konsequenzen – die Hamburger AfD kritisiert den Schritt.

Eine Mitarbeiterin greift nach einer Flasche Fritz-Kola in einem Kühlschrank in der Firmenzentrale der Fritz-Kola GmbH.
Eine Mitarbeiterin greift nach einer Flasche Fritz-Kola in einem Kühlschrank in der Firmenzentrale der Fritz-Kola GmbH.Marcus Brandt

Das Hamburger Unternehmen Fritz-Kola hat seine Mitgliedschaft im Verband der Familienunternehmer beendet. Grund dafür ist die Entscheidung des Verbands, sich für Gespräche mit der AfD zu öffnen. Fritz-Kola teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Eine offene, demokratische Gesellschaft bildet für uns die Grundlage wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handelns. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Mitgliedschaft im Verband beendet.“

Das Unternehmen kündigte an, neue Wege zu suchen, um weiterhin mit anderen Unternehmern im Austausch zu bleiben und als wirtschaftlicher Akteur präsent zu sein. Fritz-Kola ist nicht das erste Unternehmen, das aufgrund der AfD-Einladung aus dem Verband austritt. Zuvor hatten bereits die Drogeriemarktkette Rossmann und der Hausgerätehersteller Vorwerk ihre Mitgliedschaften gekündigt.

AfD-Fraktion in Hamburg kritisiert Fritz-Kola

Die Bürgerschaftsfraktion der Hamburger AfD reagierte prompt auf den Austritt von Fritz-Kola. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Partei, Marco Schulz, erklärte laut Mitteilung: „Demokratie funktioniert nur miteinander – wer das nicht versteht und wer Andersdenkende verteufelt, der beschreitet einen totalitären Weg.“

Schulz betonte, dass Demokratie „Vielfalt der Positionen und die Bereitschaft, einander zuzuhören“ bedeute. Er bezeichnete die AfD als „fest verankerte Volkspartei“, die von vielen Millionen Bürgern gewählt werde. Die AfD Hamburg stehe immer für Gespräche bereit, so Schulz.

Der Verband der Familienunternehmer hatte im Oktober erstmals auch Vertreter der AfD zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin eingeladen. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann begründete dies im Handelsblatt damit, dass das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten aufgehoben worden sei.

Nicht alle Unternehmer teilen die Haltung von Fritz-Kola, Rossmann und Vorwerk. Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, lehnte eine pauschale Verdammung der AfD ab. Er plädierte dafür, mit allen demokratisch gewählten Parteien das Gespräch zu suchen.