Tragödie

Wal-Drama in der Ostsee: Demonstranten dringen in Sperrbereich ein

Polizei sichert Absperrungen gegen Aktivisten. Der Zustand des Tieres verschlechtert sich. Umweltministerium meldet Wasseransammlung in der Lunge des Wales.

Teilnehmer einer Demonstration für den gestrandeten Wal an einer Bucht der Ostsee-Insel Poel werden von Polizisten zurückgedrängt.
Teilnehmer einer Demonstration für den gestrandeten Wal an einer Bucht der Ostsee-Insel Poel werden von Polizisten zurückgedrängt.Marcus Golejewski

Der Zustand des in einer Bucht der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Wals hat sich deutlich verschlechtert. Laut Umweltminister Till Backhaus (SPD) gehen die wissenschaftlichen Berater des Landes Mecklenburg-Vorpommern inzwischen davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Tieres ansammelt. Dies deute auf schwere Organschäden hin. „Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer", erklärte Backhaus. Bereits vor einigen Tagen sei eine Veränderung der Atmung des Wales festgestellt worden.

Gleichzeitig kam es bei einer Demonstration für das sterbende Tier zu Zwischenfällen. Nach Angaben eines Sprechers des Schweriner Umweltministeriums drangen knapp zehn Teilnehmer in den von der Polizei eingerichteten Sperrbereich rund um die Bucht ein, in der das Tier im flachen Wasser liegt. Polizisten drängten die Personen zurück. Insgesamt hatten sich rund 50 Demonstranten an einem der abgesperrten Zugänge zum Wasser versammelt.

Tierschutzorganisation kritisiert Polizeieinsatz als unverhältnismäßig

Darüber hinaus mussten unter Polizeibegleitung zwei Tieflader, die auf einem Parkplatz in der Nähe des Sperrbereichs standen, die Insel verlassen, wie ein Sprecher mitteilte. Eine Tierschutzorganisation, die die Lastwagen sowie ein Baggerschiff auf die Insel gebracht hatte, bezeichnete das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig.

Es ist nicht der erste Versuch von Aktivisten, zu dem Wal zu gelangen. Bereits mehrfach in den vergangenen Tagen hätten Menschen versucht, die Absperrungen zu überwinden, berichtete der Ministeriumssprecher. Zuletzt war eine Frau in einem Neoprenanzug von einer Insel-Fähre ins Wasser gesprungen, um zu dem Tier zu gelangen.