Tarifstreit

Kurz vor Wahl des Betriebsrats: Elon Musk droht Tesla in Grünheide mit Expansions-Stopp

Zwischen der Gewerkschaft IG Metall und der Tesla-Werksleitung eskalierte der Streit zuletzt. Vor der Wahl des Betriebsrats meldet sich jetzt der Tesla-Chef zu Wort.

Elon Musk wandte sich an die Belegschaft der Tesla-Fabrik in Grünheide.
Elon Musk wandte sich an die Belegschaft der Tesla-Fabrik in Grünheide.Allison Robbert/AFP Pool/dpa

Der Tech-Milliardär und Leiter des Elektroautoherstellers Tesla, Elon Musk, hat sich wenige Tage vor der Betriebsratswahl in Grünheide an die Belegschaft gewandt. Am Mittwochnachmittag sprach Musk mit dem Werksleiter André Thierig, der extra zu Musk nach Texas geflogen war. Das Gespräch konnten Mitarbeiter per Video verfolgen, wie das Handelsblatt berichtete. 

Musk habe dabei deutlich gemacht: Der Ausbau funktioniere nur, wenn das Werk frei bleibe von externen Einflüssen. Ob dies eine Anspielung auf die IG Metall ist, bleibt offen. Doch Musk hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach vor der Gewerkschaft gewarnt.

Streit zwischen IG Metall und Tesla eskalierte zuletzt

Zuletzt kam es zu einer Zuspitzung des Konflikts zwischen der Gewerkschaft IG Metall und dem Werksleiter in Grünheide, Thierig.

Die Staatsanwaltschaft nahm nach einer Anzeige der Gewerkschaft Ermittlungen gegen Thierig wegen übler Nachrede auf. Zuvor hatte Tesla Strafanzeige gestellt. Einem Gewerkschafter wird vorgeworfen, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben. Der Gewerkschaftssekretär habe als externer Gast an der Betriebsratssitzung der Gigafactory in Grünheide bei Berlin teilgenommen. Er sei bei der Aufnahme erwischt worden, schilderte Thierig. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt. Die IG Metall behauptet derweil, der Gewerkschafter werde zu Unrecht beschuldigt.

Der Streit zwischen Tesla und der Gewerkschaft schwelt bereits länger. Bei einer Betriebsversammlung hatte Thierig im Dezember für Aufmerksamkeit gesorgt, als er sagte: „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Elon, dass unser Board sich für den Ausbau der Fabrik entscheiden würde, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt.“

Vom 2. bis 4. März wählen die rund 10.700 Beschäftigten in Grünheide einen neuen Betriebsrat. Die Gewerkschaft IG Metall dringt schon länger auf die Einführung eines Tarifvertrags, was das Unternehmen nicht für notwendig hält.