Iran-Krieg

Erstmals seit zwei Wochen: Preise für Benzin und Diesel sinken

Der Absturz der Ölpreise kommt zumindest teilweise an der Zapfsäule an. Der Dieselpreis sinkt erstmals seit Tagen. Doch wie es weitergeht, ist unklar.

Die Preise an den Tankstellen sind am Donnerstag leicht gesunken.
Die Preise an den Tankstellen sind am Donnerstag leicht gesunken.Rolf Poss/imago

Erstmals seit fast zwei Wochen sind die Kraftstoffpreise in Deutschland wieder spürbar gesunken. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter E10 am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,155 Euro – ein Rückgang um 3,3 Cent gegenüber dem Vortag.

Diesel verbilligte sich um 2,8 Cent auf 2,419 Euro pro Liter. Für Diesel war es der erste Preisrückgang nach zwölf Anstiegen in Folge, Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt.

Waffenruhe im Iran-Krieg: Ölpreise sinken deutlich

Der Rückgang folgt auf einen deutlichen Absturz der Ölpreise nach der Verkündigung der zweiwöchigen „beidseitigen Waffenruhe“ zwischen Iran und den USA. In dem Zuge soll auch die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Der Ölpreis fiel daraufhin von zwischenzeitlich über 120 US-Dollar auf rund 92 US-Dollar pro Barrel. Am Donnerstagmorgen zog der Ölpreis allerdings bereits wieder leicht an.

Der ADAC forderte angesichts des stark gesunkenen Ölpreises, dass sich der Preisrückgang bei den Kraftstoffen fortsetzen müsse, sofern die Ölpreise niedrig blieben.

Trotz der leichten Entspannung bleibt Tanken in Deutschland erheblich teurer als vor Kriegsausbruch. Bei E10 beträgt der Aufschlag rund 38 Cent pro Liter, bei Diesel sogar etwa 67 Cent. Zudem zeigen Daten der EU-Kommission, die die Nachrichtenagentur dpa ausgewertet hat, dass der Benzinpreis in Deutschland zuletzt deutlich schneller gestiegen ist als in den EU-Nachbarländern.

Angesichts der Rekordpreise erwägt die Bundesregierung laut einem Bericht der Welt konkrete Gegenmaßnahmen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) prüfe demnach eine Anhebung der Pendlerpauschale auf bis zu 45 Cent pro Kilometer sowie eine Senkung der Stromsteuer. Damit bewege sich Merz auf die Position von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu, die sich zuvor öffentlich für eine höhere Pendlerpauschale ausgesprochen hatte. Reiche hatte einen staatlichen Tankrabatt ebenso wie ein Tempolimit klar abgelehnt. Die Pendlerpauschale komme zielgenau jenen zugute, die auf ihr Fahrzeug angewiesen seien, argumentierte die CDU-Politikerin. (mit dpa)