Wirtschaft

VW-Konzern unter Druck: Werksschließungen nicht ausgeschlossen – Blume kündigt neue Sparrunde an

Der Autobauer will seine Ausgaben stark reduzieren. Es soll um Einsparungen von rund 60 Milliarden Euro gehen.

Volkswagen plant drastisches Sparprogramm mit 20 Prozent Kostensenkung bis 2028.
Volkswagen plant drastisches Sparprogramm mit 20 Prozent Kostensenkung bis 2028.Michael Kappeler

Der Volkswagen-Konzern bereitet offenbar ein weitreichendes Kostensenkungsprogramm vor. Bis Ende 2028 sollen die Ausgaben konzernweit um 20 Prozent reduziert werden, wie das Manager Magazin unter Berufung auf Unternehmensquellen berichtet. Das entspräche einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro.

Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz haben das Vorhaben demnach bereits Mitte Januar vor den 120 obersten Führungskräften des Wolfsburger Autobauers präsentiert. „Wir müssen die Gewinnschwelle senken", wird Blume zitiert. Das Sparziel von 20 Prozent sei „die Ambition" und gelte für sämtliche Marken und Kostenarten. Auch Werksschließungen könnten dabei zur Debatte stehen.

Volkswagen selbst wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Blume werde zur Vorlage der Bilanz 2025 am 10. März über den aktuellen Stand der seit Jahren laufenden Sparbemühungen informieren, teilte das Unternehmen mit.

Ratingagentur erhöht Druck auf den Konzern

Hintergrund des neuen Sparprogramms sind nach Angaben des Manager Magazins Renditesorgen aufgrund der Absatzflaute in China, der US-Zollpolitik und des schwierigen Wettbewerbsumfelds. Der Dax-Konzern steht finanziell unter erheblichem Druck: Die Ratingagentur S&P hatte den Ausblick für Volkswagen kurz vor Weihnachten auf „negativ" gesenkt und auf das Risiko hingewiesen, dass der Autobauer die für sein Rating relevanten Finanzkennziffern verfehlen könnte.

Finanzchef Antlitz hat daraufhin kürzlich sechs Milliarden Euro an liquiden Mitteln aufgetrieben, unter anderem durch den Verkauf von Forderungen. Seit dem 2023 beschlossenen Plan zu mehr Profitabilität seien konzernweit bereits Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe realisiert worden.

Bestehendes Sparprogramm der Kernmarke verzögert sich

Für die Kernmarke VW haben Blume und VW-Markenchef Thomas Schäfer bereits ein separates Sparprogramm aufgelegt. Dieses sieht Ergebnisverbesserungen von rund elf Milliarden Euro vor, um eine operative Umsatzrendite von 6,5 Prozent zu erreichen. Aufgrund von Verzögerungen wurde das ursprüngliche Zieldatum allerdings von 2026 auf 2029 verschoben. Teil dieses Programms ist der Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland im Zeitraum von 2025 bis 2030.