Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ist überzeugt, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine 2025 enden wird. Das berichtet European Pravda unter Berufung auf ein Interview, das Orbán der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet gab. Der Regierungschef wird dabei wird mit den Worten zitiert: „Der Krieg wird 2025 enden. Er wird entweder durch friedliche Verhandlungen oder durch die Vernichtung einer der Kriegsparteien enden.“
Vor wenigen Tagen hatte Orbán in einer Radioshow die Hoffnung geäußert, dass die Ukraine ihre Entscheidung bezüglich des „Weihnachtswaffenstillstands“ noch ändern könnte. Er betonte, dass selbst eine kurze Unterbrechung der Feindseligkeiten ein erster Schritt zu umfassenderen Friedensverhandlungen sein könnte. Dazu kam es aber nun nicht.
Das ukrainische Außenministerium warf Orbán daraufhin vor, mit seinem Vorschlag eines „Weihnachtsfriedens“ zwischen Kiew und Moskau „PR“ für sich machen zu wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Orbáns Versuche, sich als „Vermittler“ bei der „Beilegung“ des Krieges darzustellen.
Orbán: Habe Gespräche mit anderen Ländern geführt
Orbán ist der engste Verbündete von Putin in der EU. Er hat seit Beginn der russischen Offensive gegen die Ukraine im Februar 2022 wiederholt Friedensgespräche gefordert und sich geweigert, Militärhilfe in die Ukraine zu senden. Im Juli zog er mit einer selbst erklärten „Friedensmission“ und einem Besuch bei Putin in Moskau scharfe Kritik der EU-Partner auf sich.
In Bezug auf seine „Friedensmission“ erklärte Orbán dem staatlichen Radiosender Kossuth, dass er Gespräche mit den Regierenden mehrerer Länder geführt habe, darunter auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Er betonte, dass Erdoğan der einzige erfolgreiche Vermittler zwischen den beiden Seiten war, als die Vereinbarung über die Getreidelieferungen getroffen wurde. Obwohl sein erster Versuch auf Widerstand von beiden Seiten stieß, stellte der ungarische Regierungschef zuletzt Fortschritte fest: Russland zeige sich Orbán zufolge offen für die Idee eines Waffenstillstands. Hinweise auf ein Abkommen gibt es aber bisher nicht.


