Das US-Magazin Politico hat den Inhalt eines Briefs geleakt, den Viktor Orbán an die EU geschickt hat. Dort soll er in mehreren Punkten aufzählen, was er in dem Gespräch mit Wladimir Putin erfahren hat und welche Empfehlungen Orbán an die EU richtet – mit Blick auf die weiteren strategischen Ziele der EU im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Orbán teilt laut Politico in dem Brief mit, dass laut Putin „die Zeit nicht auf der Seite der Ukraine, sondern auf der Seite der russischen Streitkräfte sei“. Der Brief ist auf den 5. Juli datiert und umfasst neun Punkte.
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Orbán schreibt, dass „die russische Seite die monatlichen Verluste und Verluste der ukrainischen Streitkräfte auf 40-50 Tausend Soldaten schätzt“, wobei er nicht auf die russischen Verluste im Krieg eingeht. Er fügt in dem Brief hinzu, Moskau sei „bereit, jeden Waffenstillstandsvorschlag zu prüfen, der nicht der versteckten Verlegung und Neuorganisation der ukrainischen Streitkräfte dient“, ohne aber näher zu erläutern, was Putin damit meint.
In Orbáns Bericht über das Treffen heißt es, er habe Putin gesagt, dass „viele argumentieren, dass es im Interesse Europas sei, so schnell wie möglich zu einer Ära des wirtschaftlichen Wachstums auf der Grundlage eines dauerhaften Friedens zurückzukehren“. Dabei fügt Orbán hinzu: „Die Chance auf Frieden wird durch die Tatsache geschmälert, dass die diplomatischen Kanäle blockiert sind und es keinen direkten Dialog zwischen den Parteien gibt, die eine führende Rolle bei der Schaffung der Bedingungen für den Frieden zu spielen haben.“
Am Mittwoch werden die EU-Botschafter in Brüssel über die Reisen Orbáns beraten.
Orbán schrieb unter Punkt acht, dass er einen Waffenstillstand und Friedensgespräche immer noch für möglich halte, fügte aber laut Politico hinzu, dass „wir in den nächsten zwei Monaten dramatischere Verluste und militärische Entwicklungen an den Fronten erleben werden als je zuvor“. Das sei anzunehmen, falls der Krieg nicht zum Stillstand komme.
