Die ehemalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat erstmals öffentlich erklärt, dass sie eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt bei der Wahl 2028 in Betracht zieht. „Ich denke darüber nach", sagte Harris am Freitag bei einer Veranstaltung in New York, wie etwa CBS News und Reuters berichten.
Harris äußerte sich auf der Jahreskonferenz des National Action Network, einer von Reverend Al Sharpton gegründeten Bürgerrechtsorganisation, in Manhattan. Auf die direkte Frage Sharptons, ob sie erneut antreten werde, antwortete Harris: „Vielleicht, vielleicht. Ich denke darüber nach.“
Die 2024 gegen Präsident Donald Trump unterlegene Demokratin verwies auf ihre Erfahrung im Weißen Haus: Sie habe vier Jahre lang als Vizepräsidentin gedient, unzählige Stunden in ihrem Büro im Westflügel verbracht, nur wenige Schritte vom Oval Office entfernt. Sie habe im Oval Office und im Situation Room gearbeitet und wisse genau, was das Amt erfordere. Im vergangenen Jahr sei sie viel im Land unterwegs gewesen, besonders im Süden der USA.
Harris fügte hinzu, sie wolle eine mögliche Kandidatur im Kontext der Frage betrachten, wer 2028 den besten Job für das amerikanische Volk machen könne. Gleichzeitig stellte sie klar: „Der Status quo funktioniert nicht und hat für viele Menschen schon lange nicht funktioniert.“
Demokratische Partei sucht nach neuer Führung
Seit ihrer Niederlage gegen Trump im November 2024 – der sowohl die Mehrheit der Wählerstimmen als auch die Mehrheit der Wahlleute gewann – war Harris weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Laut CBS News verzichtete sie im vergangenen Jahr darauf, für das Gouverneursamt in Kalifornien zu kandidieren, was bereits Spekulationen über eine erneute Präsidentschaftsbewerbung befeuerte.
Für Harris wäre es der dritte Anlauf aufs Weiße Haus. Bereits im Jahr 2020 hatte sie sich erfolglos um die Nominierung der Demokraten beworben, bevor der damalige Kandidat Joe Biden sie als Vizepräsidentschaftskandidatin auswählte. Im Jahr 2024 übernahm sie Bidens Platz an der Spitze des demokratischen Tickets.
Eine erneute Kandidatur dürfte allerdings nicht ohne Hürden verlaufen. Laut Reuters zeigen Umfragen, dass viele Wählerinnen und Wähler nach Harris' Niederlage gegen Trump neue Gesichter an der Spitze der Demokratischen Partei sehen wollen.
