Die US-Regierung hat am 11. März 2026 vor einem New Yorker Bundesgericht formell erklärt, dass sie Delcy Rodríguez als einzige legitime Staatschefin Venezuelas anerkennt. Das geht aus einem Schreiben der Bundesanwaltschaft an Richterin Sarah Netburn am Southern District of New York hervor, wie mehrere Nachrichtenagenturen, darunter EFE und der Sender NTN24, berichten.
In dem Dokument heißt es, die USA erkennen Rodríguez als „einzige Staatschefin mit der Befugnis, im Namen Venezuelas zu handeln“ an. Damit verliert der bisherige Präsident Nicolás Maduro nach Lesart Washingtons jede diplomatische Vertretungsmacht für sein Land.
Maduro in USA angeklagt
Hintergrund ist die Festnahme Maduros am 3. Januar 2026: US-Spezialkräfte setzten den venezolanischen Präsidenten fest und überstellten ihn nach New York, wo er sich unter anderem wegen Drogenhandels und sogenanntem Drogenterrorismus vor Gericht verantworten muss. Maduro plädierte auf nicht schuldig.
Rodríguez, bisher Vizepräsidentin unter Maduro, übernahm daraufhin als Übergangspräsidentin die Geschäfte. Am 5. März vereinbarten beide Regierungen die Wiederaufnahme diplomatischer und konsularischer Beziehungen. Trump erklärte zwei Tage später öffentlich: „Diese Woche haben wir die venezolanische Regierung formell anerkannt. Tatsächlich haben wir sie legal anerkannt.“
Juristische und wirtschaftliche Folgen für Venezuela
Der Schritt hat weitreichende Konsequenzen: Nur noch die Regierung Rodríguez darf Venezuela vor US-Gerichten vertreten. Das betrifft laufende Verfahren um venezolanische Auslandsvermögen, darunter den Ölkonzern Citgo. Zudem stützt die Anerkennung nach der US-Logik die Argumentation, Maduro genieße keine Immunität als Staatsoberhaupt mehr. Völkerrechtlich ist das Vorgehen der Regierung von US-Präsident Trump umstritten.
Rodríguez selbst erklärte nach Bekanntwerden der Anerkennung: „Es ist nicht die Anerkennung einer Person oder einer Regierung, sondern die Anerkennung eines Landes, damit dieses Land sein Leben zurückgewinnen und wieder atmen kann.“ Venezuelas Außenminister Yván Gil betonte in einem Kommuniqué die Bereitschaft zu „konstruktivem Dialog auf Basis gegenseitigen Respekts und souveräner Gleichheit“.

