Die USA haben angekündigt, am Montag mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen zu beginnen. Die Blockade solle ab 10 Uhr Eastern Time (16 Uhr in Deutschland) beginnen, erklärte das US-Kommando Centcom auf X. „Die Blockade wird unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen“, hieß es in der Erklärung.
Die Ölpreise stiegen auf mehr als 100 Dollar pro Barrel, wie Reuters berichtet. Die Futures für die Referenzsorte Brent stiegen dem Bericht zufolge um 6,71 US-Dollar, also mehr als sieben Prozent, auf 101,91 US-Dollar pro Barrel, US-Rohöl der Sorte WTI legte ebenfalls deutlich zu und lag bei 104,16 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von 7,59 US-Dollar.
Trump: Keine Einigung über iranisches Atomprogramm
Die Maßnahme folgt auf das Scheitern direkter Verhandlungen zwischen Washington und Teheran am Wochenende in Islamabad. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag auf Truth Social, das Treffen sei gut verlaufen und „über die meisten Punkte wurde Einigkeit erzielt“ – allerdings nicht in Bezug auf das iranische Atomprogramm, laut Trump „der einzige Punkt, auf den es wirklich ankam“.
Trump schrieb in dem Beitrag, die US-Marine werde „damit beginnen, alle Schiffe zu blockieren, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder diese zu verlassen“. Nach Angaben von Centcom soll die Blockade allerdings nicht für Schiffe gelten, die „die Straße von Hormus auf dem Weg zu und von nicht-iranischen Häfen passieren“.
Der US-Präsident fügte hinzu, die US-Marine werde zudem Minen räumen, die der Iran in der Straße von Hormus gelegt habe. „Jeder Iraner, der auf uns oder auf friedliche Schiffe schießt, wird in die Hölle geschickt“, schrieb Trump. Er räumte laut Reuters ein, dass Öl- und Benzinpreise bis zu den Kongresswahlen im November hoch bleiben könnten.
Verhandlungen in Islamabad: Iran kritisiert USA
Ein US-Beamter erklärte gegenüber Reuters, Teheran habe zentrale Forderungen Washingtons abgelehnt, darunter ein vollständiger Stopp der Urananreichung, dem Abbau aller wichtigen Anreichungsanlagen und dem Transfer von hochangereichertem Uran. Außerdem habe der Iran nicht zugestimmt, die Finanzierung der Hamas, Hisbollah und Huthis einzustellen sowie die Straße von Hormus vollständig zu öffnen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kritisierte laut Reuters, der Iran sei bei den Verhandlungen auf „Maximalismus, ständig wechselnde Ziele und eine Blockade gestoßen“. Man sei nicht weit von einer „Islamabad-Vereinbarung“ entfernt gewesen. Irans Revolutionsgarden warnten, dass sich nähernde Militärschiffe in der Straße von Hormus als Bruch der Waffenruhe gewertet und entschieden bekämpft würden.
Schiffsverfolgungsdaten zeigten laut Reuters, dass Öltanker die Meerenge bereits meiden. Noch am Samstag hatten dem Bericht zufolge drei voll beladene Supertanker die Straße von Hormus passiert.

