Die Angehörigen eines 35-jährigen Bootskapitäns aus St. Lucia befürchten, dass er bei einem US-Militärschlag am 13. Februar in der Karibik getötet wurde. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wird der vierfache Vater Ricky Joseph seit dem Angriff vermisst.
Das US-Südkommando erklärte, bei dem Einsatz seien drei „Narco-Terroristen“ getötet worden. Laut der St. Lucia Times hat das Militär bislang jedoch keine öffentlichen Beweise dafür vorgelegt.
Angriff in karibischen Hoheitsgewässern
Sein Bruder Titus Joseph sagte AP, Fischer hätten ihm ein zerstörtes Boot beschrieben, das er anhand der Farben als das seines Bruders erkannt habe. „Dieser Mann wurde nie verhaftet“, wies er mögliche Drogenvorwürfe zurück.
Die Familie erstattete eine Vermisstenanzeige. Überreste eines schwer beschädigten Bootes wurden an der Küste angespült. Die Regierung von St. Vincent und die Grenadinen teilte mit, der Angriff habe sich in ihren Hoheitsgewässern ereignet. Der Inselstaat St. Lucia ist ebenfalls Teil der Kleinen Antillen.
Der Angriff erfolgte im Rahmen der US-Militäroperation „Southern Spear“ (Südspeer), die US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. November 2025 offiziell angekündigt hatte. Bei „Southern Spear“ setzt die US-Marine auch auf unbemannte und autonome Systeme. Auf X erklärte Hegseth, die Mission diene der Verteidigung der USA und entferne „Narco-Terroristen” aus deren Hemisphäre.
Fischer fürchten um ihre Existenz
Die St. Lucia Times berichtet von wachsender Wut und Angst im Fischereisektor. Kaygianna Toussaint Charlery, Betriebsleiterin der Goodwill-Fischergenossenschaft, sagte der Zeitung: „Fischerei ist kein Hobby. Es ist die Existenzgrundlage vieler Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.“
Charlery kritisierte den US-Angriff als Verletzung der Souveränität karibischer Staaten. „Die USA neigen dazu, so zu handeln, als seien sie das Gesetz“, sagte sie der St. Lucia Times. Sie forderte Kooperation statt einseitigem militärischen Vorgehen.
Seit September 2025 wurden bei solchen US-Angriffen in der Region nach Angaben AP zufolge mindestens 151 Menschen getötet. Der jüngste Schlag erfolgte laut US-Militär am Montag und forderte drei weitere Todesopfer.


