Geflüchtete in Berlin

Unterbringung Geflüchteter in Berlin: Kosten stark gestiegen

Trotz sinkender Flüchtlingszahlen steigen die Ausgaben Berlins für Unterkünfte und Integration weiter. Großunterkünfte belasten den Haushalt besonders stark.

Obwohl die Zahl der Geflüchteten in Berlin sinkt, steigen die Kosten für die Unterbringung der Menschen.
Obwohl die Zahl der Geflüchteten in Berlin sinkt, steigen die Kosten für die Unterbringung der Menschen.Boris Roessler/dpa

Die Kosten für die Unterbringung von Geflüchteten in Berlin sind in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen. Das zeige eine interne Berechnung des Berliner Senats, wie die B.Z. berichtet. Demnach erhöhten sich die Ausgaben von 312 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 883 Millionen Euro im Jahr 2024.

Einen erheblichen Anteil an den Ausgaben haben große Unterkünfte. Allein für den früheren Flughafen Tegel, der als zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete dient, werden im Jahr 2024 rund 260 Millionen Euro veranschlagt. Auch andere Großstandorte wie das ehemalige Flughafengelände Tempelhof gelten nach Angaben der Behörden als besonders kostenintensiv.

Die steigenden Kosten sind Teil einer längerfristigen Entwicklung. Zwischen 2022 und 2025 summieren sich die Ausgaben Berlins für Unterbringung, Versorgung und Integration Geflüchteter auf insgesamt 2,24 Milliarden Euro. Damit haben sich die Aufwendungen im Vergleich zu früheren Jahren nahezu verdoppelt.

Zahl der Geflüchteten rückläufig, doch Kosten steigen weiter

Wegen der Belastungen hatte die schwarz-rote Koalition zeitweise erwogen, eine finanzielle Notlage auszurufen und damit zusätzliche Kredite zu ermöglichen. Nach Angaben der B.Z. gilt dieser Plan jedoch als verworfen. Im Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 seien jährlich bis zu 870 Millionen Euro als Reserve für die Unterbringung Geflüchteter eingeplant.

Obwohl die Kosten weiter steigen, ist die Zahl neuer Geflüchteter rückläufig. Im Jahr 2024 kamen laut Behördenangaben rund 21.000 Menschen nach Berlin – etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. Bis Ende Oktober 2025 wurden rund 11.700 neue Ankünfte gezählt. Aktuell leben etwa 36.850 Menschen in Einrichtungen des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten, wie die Behörde mitteilt. Dazu zählen Containerunterkünfte, Wohnheime, Hotels, Hostels und ehemalige Bürogebäude.

Angesichts der sinkenden Zugangszahlen und der weiterhin hohen Kosten für bestehende Unterkünfte verständigte sich die Koalition vor wenigen Wochen darauf, vorerst keine neuen Standorte für die Unterbringung von Geflüchteten zu errichten.