Reisebranche

TUI senkt Prognose für 2026: Unsicherheit im östlichen Mittelmeer bremst Buchungen

Die gebuchten Umsätze im Reisegeschäft liegen für den Sommer sieben Prozent unter dem Vorjahr. Zudem entscheiden sich viele Urlauber kurzfristig.

Die Mein Schiff 4 von TUI Cruises. Rückholaktionen und Routenanpassungen belasteten TUI im März zusätzlich.
Die Mein Schiff 4 von TUI Cruises. Rückholaktionen und Routenanpassungen belasteten TUI im März zusätzlich.Lakomski/Eibner/imago

Europas größter Reiseveranstalter TUI hat am Mittwoch seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt und und setzte die Umsatzerwartung vorerst aus. Wie der Konzern in einer Ad-hoc-Mitteilung an den Kapitalmarkt mitteilte, erwartet er für das Geschäftsjahr 2026 nur noch ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte TUI laut der Mitteilung einen Anstieg um sieben bis zehn Prozent gegenüber den 1,413 Milliarden Euro des Vorjahres in Aussicht gestellt.

TUI ist ein börsennotierter Reisekonzern mit Sitzen in Hannover und Berlin, der Reisevertrieb, Fluggesellschaften, Hotels, Kreuzfahrten und Freizeitangebote unter einem Dach bündelt. Die heutige TUI Group entstand 2014 aus der Fusion von TUI AG und TUI Travel. Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte der Konzern weltweit 66.854 Menschen.

Iran-Krieg drückt Nachfrage

Als Grund nennt TUI in der Mitteilung den anhaltenden Iran-Krieg und die Unsicherheit über dessen Dauer. Die Umsatzprognose, die zuvor bei einem Plus von zwei bis vier Prozent gegenüber 24,2 Milliarden Euro im Vorjahr lag, werde bis auf Weiteres ausgesetzt.

Im Reise- und Hotelgeschäft verlagert sich die Nachfrage laut TUI teilweise vom östlichen ins westliche Mittelmeer. Besonders betroffen seien die Türkei, Zypern und Ägypten. Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 lägen im Reisegeschäft derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahreswert, die Hotelauslastung im zweiten Halbjahr ebenfalls sieben Prozent darunter. Reuters berichtete, dass Kunden zudem kurzfristiger buchen. Vor diesem Trend habe auch der britische Wettbewerber easyJet bereits gewarnt.

10.000 Gäste zurückgeholt

Im zweiten Quartal erwartet TUI laut Mitteilung dennoch ein verbessertes Ergebnis: Das bereinigte EBIT zu konstanten Wechselkursen soll fünf bis 25 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von minus 207 Millionen Euro liegen. Der Iran-Krieg verursachte im März Zusatzkosten von rund 40 Millionen Euro, darunter für Rückholaktionen.

Seit Kriegsbeginn hat TUI nach eigenen Angaben rund 10.000 Gäste zurückgeholt, davon etwa 5000 von den Kreuzfahrtschiffen Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5. Beide Schiffe verließen am 19. April während einer Kampfpause den Persischen Golf und sollen ab Mitte Mai ihre Sommersaison im Mittelmeer aufnehmen. Beim Kerosin ist TUI laut Mitteilung für den Sommer 2026 zu 83 Prozent abgesichert.

Die nächsten Quartalszahlen will TUI am 13. Mai vorlegen.