Verkehr

TÜV-Report 2026: Das sind die häufigsten HU-Mängel

Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland mit schweren Mängeln unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung des TÜV‑Verbandes.

Top-Mangel bei der Hauptuntersuchung sind die Scheinwerfer.
Top-Mangel bei der Hauptuntersuchung sind die Scheinwerfer.Robert Günther

Mehr als 20 Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland erhalten bei der Hauptuntersuchung (HU) keine Prüfplakette. Das geht aus einer Sonderauswertung des TÜV-Reports 2026 hervor, für die der TÜV-Verband rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen ausgewertet hat, wie Autoservicepraxis berichtet. Grund für das Durchfallen sind erhebliche oder sogar gefährliche Mängel an sicherheitsrelevanten Bauteilen.

An der Spitze der Mängelliste steht das Abblendlicht. „Häufig funktionieren Scheinwerfer gar nicht oder sie sind falsch eingestellt", erläutert Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. Die Folgen seien erheblich: Falsch justierte Scheinwerfer könnten andere Verkehrsteilnehmer blenden oder dazu führen, dass Fahrzeuge im Dunkeln zu spät wahrgenommen werden. „Sehen und gesehen werden ist ein wichtiger Faktor für die Verkehrssicherheit, der häufig unterschätzt wird", so Schneider.

Defekte Bremsen können zum Totalausfall führen

Ebenfalls häufig beanstandet wird die Bremsanlage. Prüfer finden regelmäßig verschlissene, riefige oder korrodierte Bremsscheiben sowie Probleme mit Bremsbelägen – etwa wenn diese gebrochen, lose, verölt oder falsch montiert sind. Besonders kritisch sind beschädigte Bremsleitungen. „Bei einem Verlust von Bremsflüssigkeit lässt der Druck im Bremssystem nach, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremsen führen kann", warnt Schneider.

Auf Rang fünf der häufigsten Mängel landen Federn und Schwingungsdämpfer. Gebrochene, verschlissene oder falsch montierte Federn sowie undichte Dämpfer beeinträchtigen die Fahrstabilität erheblich. Der TÜV-Fachmann macht die Konsequenzen deutlich: „In Kurven kann das Fahrzeug schlechter kontrolliert werden und der Bremsweg verlängert sich um bis zu 20 Prozent." Ein Federbruch während der Fahrt könne das Fahrzeug „sofort manövrierunfähig" machen.

Auch Reifen sorgen für zahlreiche Beanstandungen. Die Prüfer dokumentieren Beulen, Alterungsrisse, Schäden durch Fremdkörper sowie zu geringe Profiltiefe. Zusätzlich fallen unzulässige Reifengrößen und Mischbereifung auf.

Der TÜV-Verband empfiehlt Fahrzeughaltern, vor der Hauptuntersuchung den Zustand ihres Autos zu prüfen. „Je älter das Auto und je auffälliger die Bauteile, desto sinnvoller ist ein professioneller Check in der Werkstatt", rät Schneider.