Die Rettungsaktion für den vor Timmendorfer Strand festliegenden Buckelwal ist am Donnerstagabend erneut unterbrochen worden. Einsatzkräfte arbeiteten bis in die Dunkelheit hinein, teils bei Scheinwerferlicht, konnten das Tier jedoch nicht befreien. Am Freitagmorgen soll der Einsatz fortgesetzt werden, sagte Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke.
Nach Angaben eines dpa-Reporters gelang es dem Wal im Laufe des Abends immerhin, seine Position leicht zu verändern. Das Tier bewegte sich ein Stück von der Sandbank weg.
Wal bewegt sich langsam von Sandbank weg
Auch Helfer vor Ort berichteten der Ostsee-Zeitung von vorsichtigen Fortschritten: „Der Wal entfernt sich Stück für Stück 30 bis 40 Meter von seiner ursprünglichen Lage“. Der Biologe Robert Marc Lehmann habe nach einem Einsatz auf dem Wasser gesagt: „Zehn Meter fehlen noch.“
Die Arbeiten wurden dennoch gegen 20.30 Uhr eingestellt, da der Einsatz in der Dunkelheit zu gefährlich sei. „Die Rettungsversuche sollen Freitag früh fortgesetzt werden, auch wenn die Überlebenschancen des Wals nicht allzu groß sind“, heißt es dort.
Künstliche Fahrrinne soll Wal befreien
Zuvor waren stundenlang schwere Geräte im Einsatz. Ein schwimmender Schaufelbagger zog im Wasser eine Rinne, durch die der Wal in tieferes Gebiet gelangen soll. Ein weiterer Bagger arbeitete sich vom Strand aus vor und errichtete einen Damm, um näher an das Tier heranzukommen. Ziel ist es, den Meeressäuger in eine künstlich geschaffene Fahrrinne zu lenken.
Der etwa zwölf bis 15 Meter lange Buckelwal war in der Nacht zum Montag auf einer Sandbank vor Niendorf entdeckt worden. Seitdem versuchen Einsatzkräfte, das Tier zu befreien. Ein erster Versuch mit einem Saugbagger war am Dienstag gescheitert.

Experten sehen Hinweise auf Erkrankung
Nach Angaben von Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung könnte der Gesundheitszustand des Wals eine Rolle spielen. „Der Buckelwal sieht von der Haut nicht sehr gut aus“, sagte die Biologin Stephanie Groß. Es handele sich offenbar um ein krankes Tier. Zudem ist das Wasser rund um die Sandbank sehr flach, was die Rettung erheblich erschwert.
Der Wal war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach in der Region gesichtet worden, unter anderem im Wismarer Hafen und vor Travemünde. Dort hatten Helfer ihn von Netzresten befreit.

