Parteivorsitz

Trotz Bewerbung Kubickis: FDP-Landeschef Höne hält an Kandidatur fest

Der Landesvorsitzende der FDP in Nordrhein-Westfalen will weiterhin Chef der Liberalen werden. Seine Konkurrenz ist prominent.

Henning Höne, FDP-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen, hält an seiner Kandidatur fest.
Henning Höne, FDP-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen, hält an seiner Kandidatur fest.Christoph Reichwein/dpa

Der nordrhein-westfälische Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne hat bekräftigt, dass er trotz der Bewerbung von Wolfgang Kubicki an seiner eigenen Kandidatur festhält.

Kubicki, langjähriger stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, hatte am Samstag seine Kandidatur öffentlich gemacht. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte er: „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“. Als künftigen Generalsekretär schlug er Martin Hagen vor, den früheren Fraktionschef der bayerischen FDP.

Der bisherige Amtsinhaber Christian Dürr zog daraufhin seine geplante erneute Kandidatur zurück. Wie eine Parteisprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, will Dürr stattdessen Kubickis Bewerbung unterstützen. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird. Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation“, sagte Dürr.

Bewerbung als Parteichef: Kubicki setzt auf FDP-Frauen

Bei seiner Personalplanung setzt Kubicki gezielt auf Frauen. Die frühere Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll nach seinen Vorstellungen eine Rolle spielen. Auch Katja Suding, die 2021 aus der aktiven Bundespolitik ausgeschieden war, wolle er zurückgewinnen. Zudem nannte er Maria Westphal aus Köln und Susanne Seehofer, die Tochter von Ex-CSU-Chef Horst Seehofer, als Persönlichkeiten, die das „Bild der Freien Demokraten in den nächsten Jahren prägen“ sollten. „Dann erledigt sich auch das Gerede von den ‚alten weißen Männern‘“, sagte Kubicki der Bild-Zeitung.

Genau diesen Vorwurf richtete allerdings die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann indirekt gegen Kubicki selbst. „Jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht“, sagte sie. Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“. Strack-Zimmermann sprach sich stattdessen für Höne aus.

Bei der Bundestagswahl 2025 flog die FDP aus dem Bundestag, der damalige Vorsitzende Christian Lindner zog sich daraufhin aus der Politik zurück. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg scheiterten die Liberalen jeweils an der Fünf-Prozent-Hürde. Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag geschlossen zurückzutreten.

Im Herbst stehen weitere Bewährungsproben an: In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin wird gewählt. Im Berliner Abgeordnetenhaus ist die FDP bereits nicht mehr vertreten, ein Wiedereinzug gilt laut aktuellen Umfragen als unwahrscheinlich. Auch in Mecklenburg-Vorpommern droht der Partei der Verlust eines weiteren Landesparlaments.