Familie

Frauen als Hauptverdiener? In deutschen Familien selten Realität

Nur in jedem zehnten Paarhaushalt verdient die Frau mehr als der Mann. Besonders bei Familien mit Kindern dominiert das traditionelle Modell. Was ist der Grund?

Männer bleiben in Deutschland Hauptverdiener, besonders mit Kindern in der Beziehung.
Männer bleiben in Deutschland Hauptverdiener, besonders mit Kindern in der Beziehung.Peter Kneffel / dpa

In Deutschland bringt nach wie vor überwiegend der Mann den größeren Anteil des Einkommens nach Hause. Lediglich zehn Prozent aller Paarhaushalte hatten 2025 die Frauen ein höheres Nettoeinkommen als ihr Partner, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März mitteilte. Bei mehr als der Hälfte der Paare (55,8 Prozent) war der Mann der Hauptverdiener. In gut jedem dritten Haushalt (34,3 Prozent) lagen beide in etwa gleichauf.

Als Haupteinkommensperson gilt laut Destatis, wer 60 Prozent oder mehr zum Gesamteinkommen des Paares beiträgt. Die Daten stammen aus der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025.

Im Vergleich zu 2021 ist der Anteil der Männer als Haupteinkommensbezieher nur leicht von knapp 59 Prozent auf unter 56 Prozent gesunken. Gestiegen ist dagegen der Anteil der Paare mit ähnlich hohem Einkommen, von 30,7 auf 34,3 Prozent.

Mit Kindern wächst die Kluft deutlich

Besonders ausgeprägt ist das Ungleichgewicht in Familien mit Kindern. Dort war die Frau nur in etwas unter acht Prozent der Fälle Hauptverdienerin, während der Mann in knapp 65 Prozent der Haushalte das meiste Geld einbrachte.

Ein wesentlicher Grund dafür ist laut den Statistikern, dass Mütter deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten als erwerbstätige Frauen insgesamt. Bei Vätern verhält es sich umgekehrt: Sie arbeiten sogar seltener in Teilzeit als Männer ohne Kinder. (mit dpa)