Ein 24-jähriger Afghane muss sich seit Montag vor dem Berliner Landgericht wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 22. Juni 2025 einen 28-jährigen Landsmann im Körnerpark in Berlin-Neukölln mit einem Jagdmesser getötet zu haben. Der Angeklagte schwieg zum Prozessauftakt.
Dem tödlichen Angriff ging laut Anklage ein monatelanger Streit auf der Plattform TikTok voraus. Beide Männer sollen sich in Gruppentelefonaten regelmäßig gegenseitig beleidigt haben. Seine Versuche, das spätere Opfer persönlich zu konfrontieren, dokumentierte der Angeklagte demnach ebenfalls live über die Plattform.
Opfer starb trotz Notoperation
An jenem Sonntagnachmittag trafen die beiden Männer im Park aufeinander. Nach einem verbalen Streit zog der 24-Jährige ein Jagdmesser. Das Opfer flüchtete, wurde eingeholt und mehrfach gestochen. Zeugen zogen den Verletzten aus dem Wasser, eine anwesende Ärztin reanimierte ihn. Dennoch verstarb der 28-Jährige nach einer Notoperation im Krankenhaus.
Weiterer Messerangriff angeklagt
Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus niedrigen Beweggründen aus – konkret aus übersteigertem Ehrgefühl. Zudem muss sich der Angeklagte gemeinsam mit einem 24-jährigen Mitangeklagten wegen eines weiteren Messerangriffs im Mai 2025 verantworten. Dabei sollen beide einen Arbeitskollegen lebensgefährlich verletzt haben. Der Prozess wird am 12. Februar fortgesetzt.


