Die Generalbundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der im Darknet zu zu Anschlägen auf bekannte Politikerinnen und Politiker aufgerufen und Spenden für mögliches Kopfgeld gesammelt haben soll. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, wird Martin S. Terrorismusfinanzierung, die Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie des gefährdenden Verbreitens personenbezogener Daten vorgeworfen.
Seit mindestens Mai 2025 soll Martin S. im Darknet zu Anschlägen auf namentlich genannte Politiker, Amtsträger und Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland aufgerufen haben.
Über 20 Namen standen auf „Todesliste“
Hierzu betrieb er anonym eine Plattform, auf der er Namenslisten, von ihm selbst ausgesprochene Todesurteile und Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen veröffentlichte. Zudem forderte er Spenden in Kryptowährung ein, die sodann als „Kopfgeld“ für die Tötung der Zielpersonen ausgelobt werden sollten. Die Plattform enthielt auch weitere Informationen mit sensiblen personenbezogenen Daten potentieller Opfer.
Auf der Plattform fanden sich zudem „Strafakten“ und „Todesurteile“ gegen mehrere Personen. Zudem soll er rechtsextreme, rassistische und verschwörungsideologische Inhalten verbreitet haben.
Wie der Spiegel im vergangenen November berichtete, waren auch der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie ehemalige Bundesminister, Staatsanwälte und Richter auf der Liste. Die Liste soll mehr als 20 Namen umfasst haben.


