IG Metall

Tesla stellt Strafanzeige gegen Gewerkschaftler: Polizei beschlagnahmt Laptop

Der Streit zwischen dem Elektroautohersteller und der IG Metall dauert schon länger an. Nun erreicht die Auseinandersetzung eine neue Stufe.

Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg.
Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg.Patrick Pleul/dpa

Der Elektroautohersteller Tesla hat Strafanzeige gegen einen Gewerkschaftler der IG Metall gestellt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf eine Mitteilung an Mitarbeiter berichtete, wird dem Mitglied vorgeworfen, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben.

Der Gewerkschaftler der IG Metall habe als externer Gast an der Betriebsratssitzung der Gigafactory in Grünheide bei Berlin teilgenommen, heißt es weiter.

Tesla und IG Metall streiten sich schon länger

Werksleiter André Thierig schrieb in der Mitteilung, der Gewerkschaftsvertreter sei von einem „aufmerksamen Betriebsratsmitglied“ bei der Aufnahme erwischt worden. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt und Zeugenaussagen aufgenommen.

IG Metall hingegen wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Gewerkschaft beschrieb die Vorwürfe von Tesla als „kalkulierte Lüge“ und „Schmutzkampagne“. Die Werksleitung wolle die Gewerkschaft zugunsten einer gefügigen Arbeitnehmervertretung fernhalten. Bei den letzten Betriebsratswahlen vor zwei Jahren entschied sich die Mehrheit der Tesla-Mitarbeiter in Deutschland gegen die IG Metall und für nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer für den neuen Betriebsrat.

Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall ist nicht neu. Ende Dezember lehnte Werksleiter Thierig die Einführung eines Tarifvertrags, wie von der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gefordert, kategorisch ab. Die IG Metall beklagt, dass die Bezahlung bei Tesla ohne einen Tarifvertrag deutlich unter dem Niveau in anderen Autowerken in Deutschland bleibe.