Die philippinische Küstenwache will vier chinesische Forschungsschiffe aus Gewässern vertreiben, die Manila für sich beansprucht. Das teilte ihr Sprecher Jay Tarriela über den Kurznachrichtendienst X mit. Die Behörde werde Flugzeuge und Schiffe entsenden, um die Aktivitäten zu unterbinden.
Vier Schiffe vor Palawan und Batanes geortet
Nach Angaben Tarrielas wurden die Schiffe mit dem kanadischen Erkennungssystem Dark Vessel Detection geortet, das auch Schiffe ohne aktive Positionssender aufspürt. Die Küstenwache geht davon aus, dass sie ohne Genehmigung der philippinischen Behörden meereswissenschaftliche Untersuchungen durchführen. Das verstoße gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen.
PCG TO DEPLOY AIRCRAFT AND VESSELS TO CHALLENGE AND DRIVE AWAY CHINESE RESEARCH VESSELS CONDUCTING ILLEGAL MARINE SCIENTIFIC RESEARCH
— Jay Tarriela (@jaytaryela) May 3, 2026
The Philippine Coast Guard (PCG) has detected four Chinese research vessels operating in the vicinity of Philippine waters using Canada’s Dark… pic.twitter.com/DX7NK5i0Ms
Die Küstenwache benennt die Schiffe konkret. Das ozeanografische Vermessungsschiff „Xiangyanghong 33“ wurde rund 140 Seemeilen nordwestlich der Stadt Rizal in der Provinz Palawan nahe dem Quirino-Atoll geortet. Das Forschungsschiff „Shi Yan 1“ befand sich etwa 118 Seemeilen westlich von Itbayat in der Provinz Batanes, das Schiff „Jia Geng“ rund 88 Seemeilen nordöstlich von Itbayat. Die „Zhuhaiyun“, laut Tarriela das weltweit erste unbemannte Mutterschiff für Drohnen zu Wasser, in der Luft und unter Wasser, lag etwa 102 Seemeilen nordwestlich der Inselgruppe BDM beziehungsweise rund 171 Seemeilen westlich von Bolinao in der Provinz Pangasinan.
Der Kommandant der Küstenwache, Admiral Ronnie Gil Gavan, erklärte laut Tarriela, die Behörde handele auf Weisung von Präsident Ferdinand Marcos Jr. und werde unerlaubte Forschung in den beanspruchten Gewässern nicht hinnehmen.
Streit um Sandy Cay dauert an
Der Vorgang fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Manila und Peking im Streit um Sandy Cay, eine Sandbank im Südchinesischen Meer. Die singapurische Zeitung The Straits Times berichtete, Chinas Küstenwache habe fünf philippinische Personen identifiziert, die auf Sandy Cay an Land gegangen seien. Peking bezeichne dieses Vorgehen als illegal.
Manila habe in der Vorwoche eigene Einheiten der Küstenwache zur Sandbank entsandt, nachdem in chinesischen Staatsmedien Bilder von Mitgliedern der chinesischen Küstenwache mit einer chinesischen Flagge auf Sandy Cay erschienen waren.
Die Volksrepublik China beansprucht große Teile des Südchinesischen Meeres und verweist dabei auf historische Rechte sowie die sogenannte Neun-Striche-Linie. Ein internationales Schiedsgericht wies diese Begründung 2016 in einem Verfahren der Philippinen zurück. Für solche Ansprüche gebe es nach dem Seerechtsübereinkommen keine Grundlage, hieß es damals. Peking erkennt den Schiedsspruch nicht an.


