Berlin

Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Gewerkschaft ruft zu Warnstreik an Hochschulen auf

Die Gewerkschaft Verdi hat an allen Berliner Hochschulen zum Warnstreik aufgerufen. „Gute Arbeits- und Studienbedingungen“ seien in Gefahr, hieß es.

In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu Warnstreiks und Protesten im öffentlichen Dienst gekommen.
In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu Warnstreiks und Protesten im öffentlichen Dienst gekommen.Britta Pedersen

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts kommt es in dieser Woche erneut zu Protesten. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen zum Warnstreik am Mittwoch, dem 28. Januar, aufgerufen. In Berlin richtet sich der Aufruf laut dem Landesverband der Gewerkschaft an „alle Berliner Hochschulen sowie Beschäftigte bei uni-assist e.V.“

„Gerade an den Berliner Hochschulen erleben wir derzeit massive Haushaltskürzungen, die die Beschäftigten und Studierenden unmittelbar treffen“, sagte Michaela Müller-Klang von der Verdi- Betriebsgruppe an der Technischen Universität Berlin und im Verdi- Landesfachbereichsvorstand Berlin/Brandenburg. „Wenn Stellen nicht nachbesetzt, Studienplätze und Lehre ausgedünnt werden und Arbeitsbelastungen immer weiter steigen, sind gute Arbeits- und Studienbedingungen in Gefahr.“

In den Verhandlungen um die Tarife im öffentlichen Dienst der Länder hat es bislang keine Einigung gegeben. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Lohn und mindestens 300 Euro mehr. Mitte Januar hatte die zweite Verhandlungsrunde stattgefunden – ohne Ergebnis.

Die Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) hatte die Forderungen mehrfach abgelehnt. Die geforderten Lohnerhöhungen passten nicht in die Zeit und seien überzogen, hieß es seitens der TdL-Verhandler. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 11. Februar statt.

„Ob studentische Beschäftigte, wissenschaftlicher Mittelbau, Technik und Verwaltung oder Forschungseinrichtungen – alle tragen den Betrieb der Berliner Hochschulen“, sagte Jana Seppelt, Verdi-Landesfachbereichsleiterin für Wissenschaft in Berlin/Brandenburg. Sie kritisierte, dass Kürzungen, Befristungen und Personalmangel bereits jetzt gute Lehre und Forschung gefährdeten. „Die Verantwortlichen in der Politik und in den Hochschulleitungen sind in der Pflicht. Wer die Zukunft von Wissenschaft und Ausbildung will, darf nicht bei den Beschäftigten sparen.“